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/ 22.06.2013
Cornelius Friesendorf

The Military and Law Enforcement in Peace Operations. Lessons from Bosnia-Herzegovina and Kosovo

Wien/Berlin: Lit 2010 (Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces [DCAF]); XII, 193 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-643-80043-5
Die Durchsetzung von Gesetzen ist eine essenzielle Voraussetzung für die Stabilisierung von Nachkriegssituationen. So müssen Kriegsverbrecher verhaftet, das organisierte Verbrechen bekämpft und Übergriffe auf ethnische Minderheiten verhindert werden. Friesendorf verweist in diesem Zusammenhang auf das Dilemma des Militärs, das – obwohl zur Bekämpfung organisierter Feinde ausgebildet – in Nachkriegssituationen häufig Polizeiarbeit leiste. Er vertritt die These, dass das Militär nicht dazu geeignet sei, dem Gesetz im Rahmen von Polizeiarbeit in angemessener Weise Geltung zu verschaffen. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor, wie das organisierte Verbrechen von den militärischen Missionen der NATO und der EU in Bosnien-Herzegowina sowie im Kosovo bekämpft wird. Friesendorf stellt fest, dass eine legitime und effiziente militärische Unterstützung bei der Bekämpfung schwerster organisierter Kriminalität bereits auf der Ebene der Sicherheitspolitik verhindert worden sei. So hätten IFOR und SFOR die Durchsetzung von Gesetzen nicht als Teil ihres Mandates begriffen und daher keine entsprechenden Regelungen für eine einheitliche Vorgehensweise entwickelt. Außerdem hätte die militärische Unterstützung in der Verbrechensbekämpfung in den verschiedenen Sektoren je nach politischem Willen und nationalen Vorbehalten variiert. Der Autor findet seine Ausgangsthese, dass den militärischen Verbänden Fähigkeiten und Ausrüstung zur Bekämpfung schwerster Verbrechen fehlten, bestätigt. Darüber hinaus hätte die Anwesenheit des Militärs die Sicherheitslage im Bereich des Menschenhandels sogar verschlimmert. Ferner seien sowohl die NATO als auch die EU vor einer engen Zusammenarbeit mit anderen internationalen Akteuren zurückgeschreckt. Friesendorf kritisiert abschließend, dass für die Verbrechensbekämpfung notwendige Informationen zwar vom Militär in großem Umfange gesammelt, aber der Strafgerichtsbarkeit nicht zugänglich gemacht worden seien.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.412.61 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Cornelius Friesendorf: The Military and Law Enforcement in Peace Operations. Wien/Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33267-the-military-and-law-enforcement-in-peace-operations_39782, veröffentlicht am 30.03.2011. Buch-Nr.: 39782 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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