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/ 12.06.2013
Greg Campbell

Tödliche Steine. Der globale Diamantenhandel und seine Folgen. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Angelika Hildebrandt

Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 2003; 260 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-434-50554-7
Der Kontrast könnte nicht größer sein: hier ein funkelndes Symbol von Schönheit und Eleganz, dort die düstere, grausame Hoffnungslosigkeit der Förderung eines unermessliche Profite bringenden Rohstoffes. Campbells Buch über die Folgen der Diamantenförderung in Sierra Leone für das Land und seine Menschen ist ein Bericht aus dem Vorhof der Hölle. Ein Menschenleben zählt dort gar nichts, grausamste Folterungen sind an der Tagesordnung und eine staatliche Ordnung gibt es seit langem nicht mehr. Auch die diversen, höchst kostspieligen UNO-Friedensmissionen haben die Anarchie im Lande nicht beseitigen können. Zu viele profitieren davon: die verschiedenen Rebellengruppen in Sierra Leone, die Regierung, internationale Diamantenhändler wie die Firma De Beers und nicht zuletzt sogar Terroristengruppen wie die Al Kaida, die sich über den undurchsichtigen Diamantenhandel die Mittel für ihre Operationen beschaffen. Campbell hat keine politikwissenschaftliche Studie geschrieben, sondern eine aufrüttelnde Reportage über die Resultate von Gleichgültigkeit und schrankenloser Profitgier. Der Leser erhält viele Informationen aus einem vergessenen Land, aber angesichts der teils sehr direkten Schilderungen von Folterungen und Mordaktionen sind mitunter starke Nerven gefragt.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.454.432.67 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Greg Campbell: Tödliche Steine. Hamburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14211-toedliche-steine_21941, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21941 Rezension drucken
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