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/ 18.06.2013
Fried Nielsen

Wind, der weht. Georgien im Wandel

Frankfurt a. M.: Societätsverlag 2000; 349 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-7973-0745-4
Populärwissenschaftliche Veröffentlichungen über Georgien nach dem Zerfall der Sowjetunion waren in der deutschen Buchlandschaft Mangelware. In den letzten Jahren sind jedoch einige ausgiebige Reiseberichte erschienen. Die Essays von Nielsen, der als stellvertretender Botschafter von 1992 bis 1999 in Tbilissi arbeitete, gehören dazu. Die eigenwillige Transformationsdynamik des Landes im Kaukasus beschreibt der deutsche Diplomat aus der Perspektive eines aufmerksamen Betrachters: Als er seine Stelle antrat, lag Georgien in Agonie. Der Krieg mit Abchasien zerriss das Land. Dschaba Josseliani und seine Gefolgsleute, die „mchedrioni", terrorisierten die Hauptstadt. Die staatlichen Strukturen waren kaum ausgeprägt. Überall herrschte Mangel. Sieben Jahre später haben sich die politische Lage und das öffentliche Leben stabilisiert. Staatschef Eduard Schewardnadse gilt seit 1992 als Garant für diese Entwicklung. So ist der Autor optimistisch, dass sich in Georgien Demokratie und Marktwirtschaft langsam festigen werden. In der Darstellung seiner Alltagserlebnisse unternimmt Nielsen breit angelegte Exkurse in die Geschichte, Politik, Literatur Georgiens und geht auf die Lebensart der Menschen ein. Aufgrund des Reichtums an Fakten stellt das Werk eine Fundgrube für Georgien-Freunde dar. Eine detaillierte Karte des Landes und ein umfangreiches Literaturverzeichnis runden das Buch ab.
Wilhelm Johann Siemers (SIE)
Dipl.-Politologe, Journalist, Redakteur der Sprachlernzeitschrift vitamin de, Florenz.
Rubrizierung: 2.62 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Johann Siemers, Rezension zu: Fried Nielsen: Wind, der weht. Frankfurt a. M.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17525-wind-der-weht_20180, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20180 Rezension drucken
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