/ 21.06.2013
Heiko Massa-Wirth
Zugeständnisse für Arbeitsplätze? Konzessionäre Beschäftigungsvereinbarungen im Vergleich Deutschland – USA
Berlin: edition sigma 2007 (Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung 80); 275 S.; 18,90 €; ISBN 978-3-8360-8680-6Diss. Konstanz; Gutachter: B. Keller, V. Schneider. – Wie lassen sich betriebliche Bündnisse für Arbeit interpretieren und wodurch unterscheiden sie sich von dem in den USA schon länger verfolgten Konzept des „Concession Bargaining“? Während die deutsche Diskussion den Aspekt der Beschäftigungssicherung betone, hebe die US-amerikanische Literatur auf die Zugeständnisse der Beschäftigten ab, schreibt der Autor und will mit dem Begriff der „konzessionären Beschäftigungsvereinbarungen“ (KBV) die Mehrdimensionalität und Ambivalenz dieser Regelungen zum Ausdruck bringen. Seine Vergleichsanalyse basiert auf dem Verständnis von KBVs als „Reaktion auf veränderte institutionelle, strukturelle und ökonomische Rahmenbedingungen, die das existierende Machtgleichgewicht zwischen den Akteuren beeinflussen“ (44). Die Untersuchung umfasst drei Fragestellungen: Wodurch unterscheiden sich deutsche und US-amerikanische Vereinbarungen hinsichtlich ihrer quantitativen Verbreitung, ihrer Inhalte und der Qualität ihrer Tauschbeziehungen? Wie lassen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus machttheoretischer Perspektive erklären? Handelt es sich bei diesen neuartigen Regelungsinstrumenten um ein vorübergehendes Phänomen oder leiten sie einen grundsätzlichen institutionellen Wandel ein, der zur Erosion der Arbeitsbeziehungen führt? Die Antwort fällt für Deutschland ambivalent aus: Bislang könne noch kein grundlegender Systemwandel festgestellt werden. „Sowohl Gewerkschaften als auch Arbeitgeberverbände wissen durchaus um die Sprengkraft einer zu liberalen Flexibilisierung überbetrieblicher Tarifstandards und sind nach wie vor darum bemüht, ein unkontrolliertes Ausfransen des Flächentarifvertrags in seinen Kernelementen zu verhindern.“ [...] „Sollten allerdings wie prognostiziert die derzeitigen institutionell, strukturell und ökonomisch bedingten Machtasymmetrien mittelfristig fortbestehen [...], dann würde dies in der Tat langfristig auf einen grundlegenden Pfadwechsel hinauslaufen.“ (223)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22 | 2.262 | 2.331 | 2.342 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Heiko Massa-Wirth: Zugeständnisse für Arbeitsplätze? Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27281-zugestaendnisse-fuer-arbeitsplaetze_31936, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 31936
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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