/ 21.06.2013
Christian Gudehus
Dem Gedächtnis zuhören. Erzählungen über NS-Verbrechen und ihre Repräsentation in deutschen Gedenkstätten
Essen: Klartext 2006; 256 S.; brosch., 21,50 €; ISBN 978-3-89861-568-6Diss. Essen; Gutachter: H. Welzer. – Die Gedenkstätten zum Nationalsozialismus in Deutschland stellen Medien des kulturellen Gedächtnisses dar, die zum einen eine integrative Funktion besitzen und zum anderen normative Folien für das kommunikative Gedächtnis bereitstellen. Gudehus untersucht am Beispiel von sechs Führungen durch die Gedenkstätten Ravensbrück, Wannsee, Dachau und Neuengamme, was dargestellt wird wie die Mitarbeiter der Gedenkstätten den Besuchern diese Informationen nahe bringen und wie die Besucher reagieren. Die empirische Studie ist insofern innovativ als erstmals untersucht wird, inwieweit Spezialisten des kulturellen Gedächtnisses in ihren Erzählungen Geschichte repräsentieren und welche darauf folgenden Reaktionen bei den Besuchern auftreten. Problematisch anzuführen ist jedoch bei der durch den Autor angewendeten Methode der teilnehmenden Beobachtung die zu allgemein gehaltene Kategorienbildung und ungenaue Klassifizierung der jeweiligen Besuchergruppen.
Volker Dreier (VDR)
Priv.-Doz. Dr., wiss. Angestellter, Forschungsinstitut für Soziologie, Universität zu Köln.
Rubrizierung: 2.35 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Volker Dreier, Rezension zu: Christian Gudehus: Dem Gedächtnis zuhören. Essen: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26327-dem-gedaechtnis-zuhoeren_30667, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30667
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Priv.-Doz. Dr., wiss. Angestellter, Forschungsinstitut für Soziologie, Universität zu Köln.
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