/ 21.06.2013
David Egner
Die Ordnung des Handelns. Eine Untersuchung zur Phänomenologie und Dynamik des Politischen
Würzburg: Königshausen & Neumann 2008 (Epistemata: Reihe Philosophie 457); 253 S.; brosch., 39,80 €; ISBN 978-3-8260-3995-9Diss. Köln; Gutachter: T. Jäger. – Das Ziel dieser bisweilen hochkomplexen und abstrakten, aber stets reizvollen philosophischen Abhandlung umreißt der Autor folgendermaßen: „[P]olitisches Handeln soll also aus dem Politischen selbst erklärt werden, der ‚ökonomischen Theorie der Politik’ wollen wir eine ‚politische Theorie der Politik’ gegenüberstellen“ (18). Angeleitet von der phänomenologischen Methode begibt sich Egner auf die Suche nach vermeintlich aufzeigbaren „Gesetze[n] der gesellschaftlichen und politischen Mechanik und Dynamik“ (245). Die Arbeit gliedert sich in drei längere Kapitel (Erkenntnistheoretische Vorüberlegungen, Phänomenologie des Handelns in der Gesellschaft, Phänomenologie und Dynamik des Politischen). Als Ergebnis stehen vier Gesetze, die laut Egner das politische Handeln, das für ihn vor allem Kollektivhandeln ist, anleiten: (1) Aus der „Tendenz zum Gleichgewicht der Kräfte auf gesellschaftlicher Ebene [...] konstituiert sich die Gesellschaft [...] als politisch verfasstes Kollektiv“ (Gesetz der gesellschaftlichen Mechanik). (2) Die Entwicklung dieser Kollektive unterliegt einer inneren Dynamik „von der Monarchie über die Aristokratie zur Demokratie“ (Gesetz der inneren Dynamik des Politischen). (3) Die politischen Beziehungen zwischen Kollektiven sind ebenfalls durch ein aus Hegemonie und Gegenmacht resultierendes Gleichgewicht gekennzeichnet (Gesetz der politischen Mechanik). (4) Das Gesetz der äußeren Dynamik des Politischen beschreibt schließlich die „Entwicklung einer durch Krieg gekennzeichneten pluralen politischen Welt über den demokratischen Frieden zum politischen Universum des Imperiums.“ (244 f.) Letztlich konstatiert Egner einen Kreislauf. Seines Erachtens kann nämlich „kein Imperium auf Dauer seinen (inneren und äußeren) politischen Feinden standhalten. Mit dem Untergang des Imperiums beginnt der politische Zyklus von neuem“ (211). Man mag die Arbeit somit als kruden Determinismus abtun. Beeindruckend ist aber in jedem Fall, mit welcher Konsequenz der Autor sein Erkenntnisziel verfolgt.
Markus Linden (LIN)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, SFB 600 - Teilprojekt C7 "Die politische Repräsentation von Fremden und Armen", Universität Trier.
Rubrizierung: 5.42 | 5.44 | 5.2
Empfohlene Zitierweise: Markus Linden, Rezension zu: David Egner: Die Ordnung des Handelns. Würzburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30935-die-ordnung-des-handelns_36764, veröffentlicht am 19.08.2009.
Buch-Nr.: 36764
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, SFB 600 - Teilprojekt C7 "Die politische Repräsentation von Fremden und Armen", Universität Trier.
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