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/ 21.06.2013
Hans-Heinrich Nolte (Hrsg.)

Imperien. Eine vergleichende Studie

Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2008 (Studien zur Weltgeschichte); 126 S.; 9,80 €; ISBN 978-3-89974459-0
Die Autoren grenzen den Begriff des Imperiums gegenüber Begriffen wie Reich, Großmacht oder Hegemonialmacht ab und legen eine umfassende Begriffsbestimmung vor. Untersucht werden mehrere Staatsformen in verschiedenen Epochen, die als Imperien bezeichnet werden können. Betrachtet werden außer China, der Sowjetunion und den USA unter anderem das Großreich Polen-Litauen in 16. und 17. Jahrhundert sowie „Napoleons Weltreich in spe“ (59). Neben deren Besonderheiten werden dabei die Gemeinsamkeiten herausgestellt. So kristallisieren sich dem Imperium immanente Eigenschaften heraus, wie die Herrschaft über mehrere „Völker“ (5), die territoriale Ausdehnung, ein zugrunde liegender heilsgeschichtlicher Missionierungsgedanke, eine an der Spitze stehende zentrale Führerfigur, eine umfangreiche Bürokratie (inklusive zentraler Steuerabgaben), eine „Zusammenarbeit von Thron und Altar“ (14) und die geringe politische Beteiligung der Bevölkerung. Das Buch eignet sich zunächst einmal aufgrund der vorwiegend vergangenheitsorientierten Analysen für Geschichtswissenschaftler. Nichtsdestotrotz erzielen auch Politikwissenschaftler einen Erkenntnisgewinn, indem sie die Merkmale in die heutige Zeit übertragen. Vor allem die Beiträge von Lekon und Nolte, welche die Vereinigten Staaten von Amerika betreffen, sind aus politikwissenschaftlicher Sichtweise empfehlenswert.
Marko Jakob (MJ)
Dr., MBA.
Rubrizierung: 4.14.22.22.612.622.642.682.63 Empfohlene Zitierweise: Marko Jakob, Rezension zu: Hans-Heinrich Nolte (Hrsg.): Imperien. Schwalbach/Ts.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30128-imperien_35718, veröffentlicht am 20.01.2009. Buch-Nr.: 35718 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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