/ 19.06.2013
Wolfgang Kersting
Kant über Recht
Paderborn: mentis Verlag 2004 (ethica); 236 S.; kart., 36,- €; ISBN 3-89785-307-8In einer komprimierten Form, die er selbst als „anspruchsvolle Einleitung“ (9) bezeichnet, legt der Verfasser eine Darstellung der systematischen Hauptgedanken der Rechtsmetaphysik Kants vor, die sich bewusst auf die Rekonstruktion und philosophische Würdigung konzentriert. Als zentrales Problem tritt dabei das Verhältnis von Recht und Moral hervor. Nachdem die privatrechtlichen Grundlagen der Rechtsphilosophie und ihre Grundbegrifflichkeiten erläutert sind, wendet sich Kersting im dritten Kapitel dem Kontraktualismus Kants zu, der in den größeren Zusammenhang der Tradition vertragstheoretischen Denkens eingeordnet wird. Daran anschließend steht der globale Rechtsfrieden, wie er in der Idee eines „kontraktualistischen Kosmopolitismus“ zum Ausdruck kommt, im Zentrum des vierten Kapitels. Die Rekonstruktion der Rechts- und Staatsphilosophie Kants wird durch zwei Studien ergänzt. Die erste kontrastiert die Rechtsbegründung der Kantianer mit Fichtes moralunabhängiger Rechtsbegründung. Der Vergleich verdeutlicht die „systematische Innovation der begründungstheoretischen Emanzipation des Rechts“ bei Fichte (170). Im Zentrum der zweiten Studie steht der systematische Gehalt der Pflichtenlehre Kants. Das System der allgemeinen Pflichtenlehre aus der „Metaphysik der Sitten“ wird in den historischen Kontext der naturrechtlichen Pflichtenlehren des 18. Jahrhunderts gestellt, deren Entwicklung entlang der Unterscheidung zwischen vollkommenen und unvollkommenen Pflichten nachgezeichnet wird.
Tanja Pritzlaff (TP)
Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Tanja Pritzlaff, Rezension zu: Wolfgang Kersting: Kant über Recht Paderborn: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21355-kant-ueber-recht_24922, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24922
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Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
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