/ 20.06.2013
Thomas Lindenberger (Hrsg.)
Massenmedien im Kalten Krieg. Akteure, Bilder, Resonanzen
Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 2006 (Zeithistorische Studien 33); 286 S.; geb., 39,90 €; ISBN 978-3-412-23105-7Mithilfe einer Mediengeschichte soll in dem Band ein besonders direkter Einblick in die Kulturen des Kalten Krieges gegeben werden. An erster Stelle steht das Medium Film, dem im goldenen Kinozeitalter eine wichtige und prägende Rolle zugeschrieben wird. Bernd Stöver berichtet unter anderem über den DDR-Film „For Eyes Only“, einen Spionage-Thriller, der auf unterhaltsame Weise ein genau definiertes politisches Kalkül verfolgte – den Mauerbau vor der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Aus dem Bereich der Publizistik untersucht Marcus Payk die Arbeiten der konservativen Publizisten William S. Schlamm und Winfried Martini. Payk zeigt, wie sich diese Form antikommunistischer Publizistik radikalisierte und in den Zeiten der Entspannungspolitik dann in die Selbstisolierung geriet. Uta C. Schmidts Studie über die Medienerzählungen vom „Schlüsselkind“ zeichnet das westdeutsche Projekt einer Rekonstruktion von Mütterlichkeit im Zusammenhang eines antikommunistisch besetzten Familienbildes nach. Dabei wird deutlich, wie die bundesrepublikanische Geschlechterpolitik mit den dichotom strukturierten Diskursen des Kalten Krieges in Verbindung stand. Der Sammelband geht auf einen DFG-Workshop am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam im Jahre 2003 zurück.
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.22 | 2.333 | 2.331 | 2.314 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Thomas Lindenberger (Hrsg.): Massenmedien im Kalten Krieg. Köln/Weimar/Wien: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24342-massenmedien-im-kalten-krieg_28065, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28065
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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