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/ 12.06.2013
Marta Dyczok / Oxana Gaman-Golutvina (Hrsg.)

Media, Democracy and Freedom. The Post-Communist Experience

Bern u. a.: Peter Lang 2009 (Interdisciplinary Studies on Central and Eastern Europe 6); 246 S.; 47,60 €; ISBN 978-3-0343-0311-8
Der englischsprachige Sammelband ist einem Thema gewidmet, das sowohl in den Sozial- als auch in den Kommunikationswissenschaften immer noch zu einem Forschungsdesiderat gehört. Die Autoren stellen sich der Herausforderung, Konzepte der Transformationsforschung konsequent mit der Bedeutung von Medien und Öffentlichkeit für neue Demokratien zusammenzudenken. Untersucht wird die wenig theoretisch fundierte Frage nach dem Verhältnis zwischen den Interdependenzen und wechselseitigen Einflüssen von Politik und Medien in Gesellschaften, die einem komplexen Wandel unterworfen sind. Es geht den Herausgebern darum, Antworten auf die Fragen „How the public sphere does evolve in a post communist state?“ und „How we can assess media power in the context of changing values and shifting power relationships?“ (9) zu finden. Einen Schwerpunkt der Länderstudien bilden Russland und die Ukraine, aber auch bisher selten anzutreffende Analysen zu Mediensystemen in Weißrussland, Lettland oder Albanien komplettieren die Perspektivenvielfalt des Bandes. Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime des Ostblocks analysieren die Autoren das veränderte Verhältnis zwischen Staat und Gesellschaft durch den Einfluss der Medienentwicklung, die Last der kommunistischen Vergangenheit bei der Demokratisierung des Mediensystems und die widersprüchliche Rolle einer Marktliberalisierung. Die zusammenfassenden Anmerkungen einer der Herausgeberinnen am Ende des Bandes runden die komparative Ausrichtung ab. Es wird offensichtlich, dass die Bedeutung der Medien in Übergangsgesellschaften nicht auf ihre demokratisierende Funktion gemäß dem modernisierungstheoretischen Paradigma reduziert werden kann. Die Differenzen der politischen und medialen Entwicklungen in der Region verbieten ein übergreifendes Theoriekonzept und stellen die Unumgänglichkeit von Länderanalysen heraus.
Andreas Hetzer (AHE)
Diplom-Medienwirt, Lehrkraft für besondere Aufgaben, Fach Politikwissenschaft, Universität Siegen.
Rubrizierung: 2.222.12.612.62 Empfohlene Zitierweise: Andreas Hetzer, Rezension zu: Marta Dyczok / Oxana Gaman-Golutvina (Hrsg.): Media, Democracy and Freedom. Bern u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14466-media-democracy-and-freedom_38646, veröffentlicht am 17.06.2010. Buch-Nr.: 38646 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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