/ 20.06.2013
Sven Pastoors
Anpassung um jeden Preis? Die europapolitischen Strategien der Niederlande in den Neunzigerjahren
Münster/New York: Waxmann Verlag 2005 (Niederlande-Studien 36); 280 S.; geb., 34,90 €; ISBN 3-8309-1463-6Diss. phil. Münster; Gutachter: W. Woyke. – Pastoors beleuchtet den Wandel der europapolitischen Konzeptionen der Niederlande in den 90er-Jahren. Neben den Strategien des Landes im Bereich der Europapolitik geht er auch auf die innenpolitischen Entscheidungsprozesse innerhalb der Regierung ein – vor allem im Außenministerium. Der Autor nimmt eine prozessorientierte Analyse vor und wählt als Beispiele die Mitwirkung des Landes bei der Schaffung der Wirtschafts- und Währungsunion sowie der politischen Union, also beim Zustandekommen der Verträge von Maastricht, Amsterdam und Nizza. Gefragt wird, ob es den Niederlanden gelang, ihre europapolitischen Ziele umzusetzen und hierfür Partner zu gewinnen. Pastoors resümiert, dass die Niederlande in den Neunzigerjahren primär die wirtschaftliche Integration befürworteten und gegenüber einer politischen Zusammenarbeit eine eher reservierte Haltung einnahmen. Ihr Bemühen, Mehrheitsentscheidungen auszuweiten und die EU-Organe zu stärken, sei allein auf zwei Ziele zurückzuführen: den Wunsch des Landes das „Machtgleichgewicht innerhalb Europas auszutarieren und die EU zu einer ‚unitären Rechtsgemeinschaft’ auszugestalten“ (261), um auf diese Weise einer möglichen Hegemonie der großen Mitgliedstaaten entgegenzuwirken.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.7 | 2.61 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Sven Pastoors: Anpassung um jeden Preis? Münster/New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24255-anpassung-um-jeden-preis_27952, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27952
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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