/ 04.06.2013
Heike Amos
Auferstanden aus Ruinen... Die Nationalhymne der DDR 1949 bis 1990
Berlin: Dietz Verlag 1997; 232 S.; brosch., 29,80 DM; ISBN 3-320-01939-2Anders als der Titel nahelegt, befaßt sich die Autorin der vorliegenden Studie nicht allein mit der Wirkungsgeschichte der DDR-Nationalhymne, sondern geht viel umfassender auf den problematischen Umgang der Deutschen mit ihren Nationalhymnen - in beiden deutschen Staaten und dann im Zuge der Vereinigung - ein. Dargestellt wird zunächst die Geschichte der DDR-Hymne mit der Abkehr vom Text Johannes R. Bechers seit Anfang der 1970er Jahre, die sodann mit den westdeutschen Diskussionen um die erste und die dritte Strophe des "Deutschlandlieds" kontrastiert wird. Als Kulminationspunkt läßt Amos die Debatte um die Hymne für das vereinigte Deutschland Revue passieren. "Deutschland, einig Vaterland", jener Wendung aus Bechers Text, wegen der die DDR-Hymne in den letzten fünfzehn Jahren ihres Bestehens nur noch instrumental zu hören war, wurde im Vorfeld der deutschen Einheit plötzlich neue Aufmerksamkeit zuteil - ab Januar 1990 war die DDR-Hymne wieder mit Text zum Sendeschluß des DDR-Fernsehens zu hören. Die Autorin moniert abschließend, daß es über die Frage der gemeinsamen Nationalhymne weder eine größer angelegte öffentliche Diskussion noch gar eine Volksabstimmung gegeben habe.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.313 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Heike Amos: Auferstanden aus Ruinen... Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3535-auferstanden-aus-ruinen_4715, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 4715
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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