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/ 17.06.2013
Peter Häberle

Das Menschenbild im Verfassungsstaat

Berlin: Duncker & Humblot 2001 (Schriften zum Öffentlichen Recht 540); 89 S.; 2., erg. Aufl.; 24,- €; ISBN 3-428-10518-4
Diese kleine Monografie erschien erstmals 1988 und wird jetzt erneut in gleichsam mit Bezug auf seitherige Ereignisse fortgeschriebener Fassung zugänglich gemacht. Der Bayreuther Jurist sieht in Globalisierung und Gentechnik, in Ökonomisierung und Wandlungen von Volks- und Staatsbegriff genug Anlass, sich erneut auf eine als Kulturwissenschaft verstandene Verfassungstheorie zu besinnen. Im Vorwort zur Neuauflage (5-12) zitiert Häberle zahlreiche neue, seit der Erstauflage verabschiedete Verfassungen, die diesen Wandel belegen. Der "Schlüsselbegriff der Problemlösung" (81) aber ist das Menschenbild, das einen die einzelne Nationen übergreifenden, europäischen Verfassungsbegriff ermöglichen kann, wenn es "im Spektrum der Bezugsgrößen Gottes-Bild, Welt-Bild und Volks-Bild" (19) verstanden wird. Als Leitbild fehlt das Menschenbild im konkreten (deutschen) Verfassungstext (71 f.), aber im kulturellen Verfassungsverständnis Häberles ist es gleichwohl vorhanden. Zum Beleg bedient er sich neben der juristischen Literatur auch ausgiebig der Klassiker des politischen Denkens und selbst der Literatur im engeren Sinne. Die rechtlichen Beispiele freilich entstammen fast ausschließlich dem deutschen Recht.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.442.21 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Peter Häberle: Das Menschenbild im Verfassungsstaat Berlin: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15315-das-menschenbild-im-verfassungsstaat_17425, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17425 Rezension drucken
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