/ 11.06.2013
Michael Neumann
Der Kampf der Europäischen Union gegen die strukturelle Arbeitslosigkeit
Hamburg: Verlag Dr. Kovač 2004 (Euro-Wirtschaft 22); XVI, 325 S.; 88,- €; ISBN 3-8300-1733-2Wirtschaftswiss. Diss. Würzburg. - Neumann untersucht das Vorgehen der Europäischen Union gegen die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Inwieweit ist es überhaupt sinnvoll, die EU mit dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu betrauen? Welche Kompetenzen müssten ihr hierzu übertragen werden? Zur Beantwortung dieser Fragen gibt der Autor einen Überblick über die Beschäftigungsprobleme der EU, führt eine Ursachenanalyse durch und evaluiert konkrete Politiken anhand normativer Ergebnisse. Die Ursachen für die hohe Arbeitslosigkeit in Europa sieht er in „strukturellen Problemen auf den nationalen Arbeitsmärkten“ begründet (282). Eine Möglichkeit, um gegen das inhärente „Staatsversagen“ vorzugehen, sei der Wettbewerb nationaler Arbeitsmarktsysteme. Hierfür „muss die EU Regeln festsetzen, zudem ist sie für die Korrektur von etwaigem Wettbewerbsversagen zuständig. Einer gemeinsamen europäischen Beschäftigungsstrategie ist vor diesem eine Absage zu erteilen. Es ist nicht die Aufgabe der Union, gegen die Arbeitslosigkeit vorzugehen – dies kann auf nationaler oder gar regionaler Ebene viel besser geschehen.“ (283) Auf die politökonomischen Probleme einer Umsetzung der in dieser Arbeit gemachten Vorschläge zur Kompetenzverteilung auf EU-Ebene wird in der Untersuchung nicht weiter eingegangen, obwohl der Autor Zweifel hat, ob sie „dem Wesen der EU und dem Willen der dadurch geschädigten Interessengruppen“ (3) entsprechen.
Peter A. Zervakis (PZ)
Dr., Projektleiter Bologna-Prozess, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn.
Rubrizierung: 3.5
Empfohlene Zitierweise: Peter A. Zervakis, Rezension zu: Michael Neumann: Der Kampf der Europäischen Union gegen die strukturelle Arbeitslosigkeit Hamburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9497-der-kampf-der-europaeischen-union-gegen-die-strukturelle-arbeitslosigkeit_26682, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26682
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Dr., Projektleiter Bologna-Prozess, Hochschulrektorenkonferenz, Bonn.
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