/ 21.06.2013
Frank Peter Geinitz
Die Falange Española und ihr Gründer José Antonio Primo de Rivera (1903-1936) – im Rahmen der Bewältigung der Vergangenheit der Zweiten Spanischen Republik (1931-1939)
Online-Publikation 2008 (http://edoc.ub.uni-muenchen.de/8429/1/Geinitz_Frank-Peter.pdf); 270, XXXVI S.Sozialwiss. Diss. LMU München; Gutachter: T. Mayer, M. Baumeister. – 2003 jährte sich zum 70. Male die Gründung der Falange Española und zum 100. Male der Geburtstag von Primo de Rivera. Bis heute sind die Urteile über sein Leben und Handeln in den Jahren 1930 bis 1936 mit Widersprüchen behaftet. Daher verfolgt Geinitz das Ziel, die historische Rolle der Falange und die ihrer Führerpersönlichkeit stärker zu beleuchten. Er betrachtet den gesellschaftlichen Verfall sowie den Abbau demokratischer Zustände in der Zweiten Republik Spaniens, unter anderem verursacht durch Schwächen politisch Verantwortlicher, die – nach Meinung des Autors – schließlich zum Militäraufstand im Juli 1936 führten. Geinitz beschreibt das Bild, das das Franco-Regime von Primo de Rivera zeichnete und verdeutlicht, dass die Anhänger Primo de Riveras und der Falange-Bewegung nicht zugleich Anhänger Francos waren. Nach der Hinrichtung Primo de Riveras und der durch Franco vorgenommenen Zwangsvereinigung aller gegen die Zweite Republik gerichteten Kräfte (1937) seien etliche Mitglieder der Falange in Konflikt mit Franco geraten. Geinitz charakterisiert nicht nur Primo de Riveras Persönlichkeit, sondern widmet sich auch der Stellung der politischen Bewegung und der Person im Spannungsfeld der spanischen Rechten der 30er-Jahre, ihrer Ideologie, dem Projekt, einen „neuen“ Staat, ein besseres Spanien zu schaffen. Der Autor gelangt zu dem Ergebnis, dass es Primo de Rivera nicht gelungen sei – im Gegensatz zu Mussolini in Italien und Hitler in Deutschland – die Falange Española in eine Massenbewegung zu verwandeln. Die Gründe sieht er u. a. in der „fehlenden persönlichen Eignung“ und der Tatsache, dass Primo de Rivera als adliger Señorito die Masse der Land- und Industriearbeiter nicht davon überzeugen konnte, für sie zu kämpfen. „Im Strudel der Ereignisse wird er von der Rechten isoliert, von der Linken bekämpft und dadurch letztendlich zum Scheitern und zum Tod verurteilt.“ (8)
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.61 | 2.22 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Frank Peter Geinitz: Die Falange Española und ihr Gründer José Antonio Primo de Rivera (1903-1936) – im Rahmen der Bewältigung der Vergangenheit der Zweiten Spanischen Republik (1931-1939) 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30397-die-falange-espaola-und-ihr-gruender-jos-antonio-primo-de-rivera-1903-1936--im-rahmen-der-bewaeltigung-der-vergangenheit-der-zweiten-spanischen-republik-1931-1939_36084, veröffentlicht am 31.03.2009.
Buch-Nr.: 36084
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA