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/ 17.06.2013
Renate Niekant / Uta Schuchmann (Hrsg.)

Feministische ErkenntnisProzesse. Zwischen Wissenschaftstheorie und politischer Praxis

Opladen: Leske + Budrich 2003 (Politik und Geschlecht 7); 238 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-8100-3208-5
Wie ist Herrschaftskritik möglich, wenn die Kritisierenden selbst Teil des Apparates sind? Konkret gewendet: Welche Folgen hat die „Normalisierung" feministischer Wissenschaft durch deren Eingliederung in männlich geprägte universitäre Strukturen und durch die Loslösung von der Praxis der Frauenbewegung seit den 70er-Jahren? Seit ihrer akademischen Etablierung fehle, so die Herausgeberinnen, „eine Diskurs- und Streitkultur in der Frauen- und Geschlechterforschung" (14). In der selbstreflexiven Einleitung wird pointierter nach der emanzipatorischen Praxis gefragt als sich dies in den Aufsätzen widerspiegelt. Dies lag an der Resonanz auf einer vorbereitenden DVPW-Tagung im Februar 2000, deren Dokumentation im Buch leider fehlt. Die methodologischen, wissenschaftstheoretischen und hochschulpolitischen Aufsätze (die nicht alle aus der Tagung hervorgehen) helfen sowohl Wissenschaft zu verstehen als auch das eigene wissenschaftliche Tun kritisch zu verorten und zu überdenken. Aus dem Inhalt: I. Feministische Wissenschaftskritik und Erkenntnistheorie in der Diskussion Barbara Holland-Cunz: Die Vision einer feministischen Wissenschaft und der Betrieb der normal science (27-49) Alice Ludvig: Kritische Interventionen des Black Feminism in Theorie und Praxis (51-68) Karin Schlücker: Zählen oder interpretieren, beobachten oder interagieren? Die Debatte um qualitative und/oder quantitative Methoden und das Verhältnis zwischen Forschenden und ihren „Objekten" (105-120) Christina Thürmer-Rohr: Dialog und dialogisches Denken (121-135) II. Frauen in der Wissenschaft: Institutionen, soziale Verhältnisse und feministische Politiken Christine Färber: Gender Mainstreaming in Wissenschaftsorganisationen. Steuerungsinstrumente zur Gleichstellung von Frauen und zur Integration von Frauenperspektiven (161-191) Viola Philipp: Institutionalisierte Gleichstellungspolitik in Hochschulen. Über den Einfluss situativer Faktoren auf berufungspolitische Aushandlungsprozesse (193-216)
Tine Hanrieder (CTH)
M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
Rubrizierung: 2.272.36 Empfohlene Zitierweise: Tine Hanrieder, Rezension zu: Renate Niekant / Uta Schuchmann (Hrsg.): Feministische ErkenntnisProzesse. Opladen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15626-feministische-erkenntnisprozesse_17817, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17817 Rezension drucken
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