/ 12.06.2013
Birger P. Priddat
Gemeinwohlmodernisierung. Social Capital, Moral, Governance
Marburg: Metropolis-Verlag 2006; 221 S.; 22,- €; ISBN 978-3-89518-562-5Priddat diskutiert verschiedene Ansätze von Zivilgesellschaft, aktiver Bürgergesellschaft, Sozialkapital und Governance aus der Perspektive der politischen Ökonomie und sucht sie für die Reform des deutschen Sozialstaats fruchtbar zu machen. Unter der Überschrift der Gemeinwohlmodernisierung entwirft er die Idee eines virtuellen Staates, der sich auf Kernkompetenzen konzentriert und alle übrigen Aufgaben an die Gesellschaft re-delegiert, die dann in einem Netzwerk von bürgerschaftlicher Selbstorganisation zu erledigen sind. Hierfür müsse sich Deutschland von seinem staatspaternalistischen Demokratie- und Gerechtigkeitsverständnis verabschieden, fordert Priddat. „Das Modell der Sozialpolitik beruht dann nicht mehr auf austeilender Gerechtigkeit [...], sondern auf Investition in Kooperationschancen, die die Mitarbeit der betroffenen Bürger bei ihrer Verwirklichung erfordern.“ (106) Welche Rolle Stiftungen und Gewerkschaften in diesem Transitionsprozess spielen und wie „eine neue Logik der sozialen Institutionen“ 201) aussehen müsste, sind weitere Themen seiner Essays.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.331 | 2.35 | 2.342 | 5.45
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Birger P. Priddat: Gemeinwohlmodernisierung. Marburg: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14353-gemeinwohlmodernisierung_31639, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 31639
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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