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/ 17.06.2013

Geschlechterpolitik im Prozess der europäischen Integration

Nora Fuhrmann

Geschlechterpolitik im Prozess der europäischen Integration

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005 (Forschungen zur Europäischen Integration 11); 317 S.; brosch., 32,90 €; ISBN 3-531-14405-7
Die Gleichstellung der Geschlechter ist seit den letzten zehn Jahren immer mehr in den Mittelpunkt der europäischen Politikentwicklung getreten. Diese bemerkenswerte Dynamik, die sich in materieller Hinsicht u. a. an der Aufnahme des „Gender-Mainstreaming“-Konzepts in den Amsterdamer Vertrag festmachen lässt, betrachtet Fuhrmann aus einem politikwissenschaftlichen Blickwinkel. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie den relevanten politischen Akteuren und ihren Interessen. Um die speziel...
Nora Fuhrmann

Geschlechterpolitik im Prozess der europäischen Integration

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005 (Forschungen zur Europäischen Integration 11); 317 S.; brosch., 32,90 €; ISBN 3-531-14405-7
Die Gleichstellung der Geschlechter ist seit den letzten zehn Jahren immer mehr in den Mittelpunkt der europäischen Politikentwicklung getreten. Diese bemerkenswerte Dynamik, die sich in materieller Hinsicht u. a. an der Aufnahme des „Gender-Mainstreaming“-Konzepts in den Amsterdamer Vertrag festmachen lässt, betrachtet Fuhrmann aus einem politikwissenschaftlichen Blickwinkel. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie den relevanten politischen Akteuren und ihren Interessen. Um die spezielle Netzwerkstruktur des europäischen Regierens und die Innovationen im Bereich der Gleichstellungspolitik zu untersuchen, greift die Autorin auf den akteurszentrierten Institutionalismus (Mayntz/Scharpf) und den „Advocacy-Coalition“-Ansatz (Sabatier) zurück. Ausgehend von einer vergleichenden Analyse der nationalen Geschlechterordnungen und -politik in zwei Fällen (Deutschland und Dänemark) untersucht Fuhrmann die Entwicklungen auf der europäischen Ebene. Experteninterviews geben dabei Auskunft, ob die Akteure in supranationalen Entscheidungsprozessen die Geschlechterordnung ihres Herkunftslandes repräsentieren oder autonom handeln und welche Interessenkonflikte in den einzelnen Politikarenen maßgeblichen Einfluss auf die Ausgestaltung bzw. Implementation des „Gender-Mainstreaming“-Ansatzes genommen haben. Fuhrmann kommt zu dem Schluss, dass die Umsetzung der neuen europäischen Geschlechterpolitik „kein Selbstläufer ist“ (280), sondern auch in Zukunft von der Bereitschaft der Frauen abhängen wird, ihre Rechte wenn nötig gerichtlich durchzusetzen.
Jörn Ketelhut (JK)
Dr., Dipl.-Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 3.53.32.272.612.36 Empfohlene Zitierweise: Jörn Ketelhut, Rezension zu: Nora Fuhrmann: Geschlechterpolitik im Prozess der europäischen Integration Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14686-geschlechterpolitik-im-prozess-der-europaeischen-integration_26050, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26050 Rezension drucken
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