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/ 22.06.2013
Jürgen Keßler / Hans-W. Micklitz / Norbert Reich (Hrsg.)

Institutionelle Finanzmarktaufsicht und Verbraucherschutz. Eine vergleichende Untersuchung der Regelungssysteme in Deutschland, Italien, Schweden, dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Gemeinschaft

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Schriftenreihe des Instituts für Europäisches Wirtschafts- und Verbraucherrecht e. V. 31); 283 S.; 68,- €; ISBN 978-3-8329-5441-3
Spätestens seit der Finanzmarktkrise ist der Anlegerschutz auf den europäischen Märkten wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei wird auch eine Neujustierung des institutionellen Anlegerschutzes im Spannungsfeld von funktionaler und individueller Aufsichtsfunktion diskutiert. In dieser Publikation werden die wesentlichen rechtsdogmatischen und praktischen Ansätze und Erfahrungen der Finanzmarktaufsichtsbehörden der Länder Deutschland, Italien, Großbritannien und Schweden sowie die Vorgaben des Europarechts zusammengefasst. Darüber hinaus werden die grundlegend verschiedenen Regelungssysteme verglichen. Dieser Rechtsvergleich offenbart ein „bemerkenswertes Defizit, soweit es um die angemessene Berücksichtigung der Verbraucherinteressen im Kontext der nationalen wie auch der europäischen Finanzmarktaufsicht“ (248) geht. Zwischen den europäischen Vorgaben und der Ausgestaltung der Finanzmarktregulierung in Großbritannien und Schweden einerseits sowie den rechtlichen Vorgaben bezüglich der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFIN) und deren Regulierungspraxis bzw. dem italienischen Modell andererseits seien erhebliche Unterschiede vorhanden, heißt es im Resümee. Es bestehe ein dringender Novellierungsbedarf der deutschen Finanzmarktaufsicht. Das die gegenwärtige deutsche Finanzmarktaufsicht dominierende institutionell-marktpolitische Regulierungskonzept sei mit den Vorgaben des Gemeinschaftsrechts inkompatibel und könne nicht länger aufrechterhalten werden. Die europäische Finanzmarktordnung gebiete ein Regelungsmodell, „welches die individuellen Belange der Verbraucher in die normativen Zielprojektionen des Aufsichtsrechts gleichberechtigt integriert. Marktfunktionalität und Verbraucherschutz erweisen sich [...] als zwei Seiten einer Medaille“ (249). Die Studien wurden von den Autoren u. a. an der TU Berlin, der London School of Economics, der Scuola Superiore Sant’ Anna in Pisa, am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz sowie in Stockholm und Karlstad durchgeführt.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.212.3242.613.3 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Jürgen Keßler / Hans-W. Micklitz / Norbert Reich (Hrsg.): Institutionelle Finanzmarktaufsicht und Verbraucherschutz. Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32315-institutionelle-finanzmarktaufsicht-und-verbraucherschutz_38561, veröffentlicht am 23.06.2010. Buch-Nr.: 38561 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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