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/ 11.06.2013
Dietmar Schultke

"Keiner kommt durch" Die Geschichte der innerdeutschen Grenze 1945-1990

Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 1999; 208 S.; 16,90 DM; ISBN 3-7466-8041-7
Der reichlich bebilderte kleine Band legt mit akribischem Hang zum Detail Zeugnis über die Geschichte der innerdeutschen Grenze ab. Der Autor stützt sich dabei unter anderem auf hier erstmals veröffentlichte Materialien aus Recherchen im Archiv der Gauck-Behörde, in den Militärarchiven der Grenztruppen, der Volkspolizei und anderer staatlicher Organe der DDR. Die ersten Kapitel sind eine stark komprimierte Chronik von der Gründung bis zum Fall der DDR, der zweite Teil steht ganz im Zeichen der Frage, wie die Grenzsicherung von ostdeutscher Seite aus "funktionierte" (7). Am Ende des Buches finden sich eine knappe Zeittafel zur Geschichte der deutsch-deutschen Grenze, Auszüge aus Dokumenten, wie der Schußwaffengebrauchsvorschrift, dem Grenzgesetz etc., ein Gespräch zwischen Günter Wallraff und Jürgen Fuchs unter dem Leitspruch "Beschreiben, was ist, was war." sowie eine Nachbemerkung von Wallraff. Inhaltsübersicht: Der Ausbau des Grenzregimes nach Gründung der DDR (1950-1960); Die Abriegelung des "Arbeiter-und-Bauern-Staates" (1961-1970); Das Grenzregime in der Ära Honecker (1971-1989); Die Rekrutierung und Ausbildung der Grenzsoldaten; Der territoriale Überwachungsapparat; Das Spitzelsystem in den Grenzkompanien; Der Schießbefehl und die "Mauerschützenprozesse"; Aufgaben der Grenztruppen im dritten Weltkrieg (Szenario); Ausblick: Grenzen im 21. Jahrhundert.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 2.313 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Dietmar Schultke: "Keiner kommt durch" Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10765-keiner-kommt-durch_12730, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12730 Rezension drucken
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