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/ 20.06.2013
Günter Buchstab / Philipp Gassert / Peter Thaddäus Lang (Hrsg.)

Kurt Georg Kiesinger 1904-1988. Von Ebingen ins Kanzleramt. Hrsg. im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.

Freiburg i. Br.: Herder 2005; 568 S.; 19,- €; ISBN 3-451-23006-2
Anlässlich des 100. Geburtstages Kiesingers 2004 fand in seinem Geburtsort Ebingen (heute Albstadt) ein wissenschaftliches Symposium statt, dessen Referate in diesem Band dokumentiert werden. Die Kapitel folgen in chronologischer Ordnung den Stationen von Kiesingers Lebensweg: Seine Herkunft, Kindheit und Jugend, die Studienzeit, erste Berufserfahrungen sowie seine Rolle im Nationalsozialismus werden ebenso nachgezeichnet wie sein politisches Wirken nach 1945. Als Abgeordneter des Deutschen Bundestages zählte er zu den glänzenden Rednern, man nannte ihn auch den „‚Debattenstar’ der CDU“ (32). Er unterstützte Adenauers Kurs der Westintegration Deutschlands und erwarb sich als parlamentarischer Außenpolitiker einen Ruf. Für sein Heimatland Baden-Württemberg setzte er sich intensiv ein, zunächst für die Gründung eines Südweststaates und ab 1958 als Ministerpräsident. Thomas Schnabel und Willi A. Boelcke heben Kiesingers Verdienste für das Land in der Bildungs- und Wirtschaftspolitik hervor. 1966 erfolgte seine Wahl zum Bundeskanzler der Großen Koalition. Ausführlich stellen die Aufsatzautoren deren Reformprojekte sowie Ost- und Deutschlandpolitik dar und würdigen Kiesingers „Bedeutung und Verdienste für die politische Kultur der Bundesrepublik“ (9). Obwohl er zur engsten Spitze der westdeutschen Politiker der 50er- und 60er-Jahre zählte, ist die Erinnerung an ihn „weitgehend verblasst“ (18), schreibt der Historiker Gassert. Kiesinger wird auch als der „vergessene Kanzler“ (11) und als „Kanzler zwischen den Zeiten“ (38) bezeichnet. Die CDU habe ihm lange die Niederlage bei der Bundestagswahl 1969 angelastet. Außerdem stehe er nicht für ein konkretes Projekt oder eine Richtungsentscheidung, so Gassert weiter.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.32.3252.3312.313 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Günter Buchstab / Philipp Gassert / Peter Thaddäus Lang (Hrsg.): Kurt Georg Kiesinger 1904-1988. Freiburg i. Br.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21811-kurt-georg-kiesinger-1904-1988_28871, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28871 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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