/ 19.06.2013
Hermann Lübbe
Modernisierungsgewinner. Religion, Geschichtssinn, Direkte Demokratie und Moral
Paderborn: Wilhelm Fink Verlag 2004; 211 S.; Ln., 27,90 €; ISBN 3-7705-3942-7Lübbe beschreibt gegenläufige Tendenzen zu den von Kulturkritikern beklagten Trends Säkularisierung, Moralverfall, Erinnerungsverlust und Gefährdung demokratischer Selbstbestimmung durch Expertenherrschaft in einer zunehmend komplexen Welt. Die im gegenwärtigen Globalisierungsprozess verbreitete „moderne Zivilisation" verlange zwar die Einhaltung rechtlicher und moralischer Normen; diese seien aber universal: „Entscheidend ist, dass der Zugang zum Wohlfahrtsnutzen überwiegend nicht mehr mit der Zumutung einer ideologiemissionarisch propagierten [...] Kulturkonversion verbunden ist" (8). Die Traditionen auflösende Modernisierungsprozesse förderten gleichzeitig ein Interesse an der Vergangenheit. Außerdem führe der unbeirrte bürgerliche Wille zur politischen Selbstbestimmung - auch und gerade in einer von globalen Ereignissen beeinflussten politischen Wirklichkeit - zu einem stärkeren Gewicht kommunitärer Einheiten. Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Lebensverhältnisse seien die Möglichkeiten zentraler Steuerung gering und somit sei der Föderalismus vorzuziehen.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 5.41 | 5.44
Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Hermann Lübbe: Modernisierungsgewinner. Paderborn: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20988-modernisierungsgewinner_24481, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24481
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
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