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/ 20.06.2013

Montenegro auf dem Weg nach Europa

Peter Fürst

Montenegro auf dem Weg nach Europa. Mit einem Vorwort von Paul Parin

Wien: Lit 2005 (Politik aktuell 3); 195 S.; brosch., 9,90 €; ISBN 978-3-8258-9205-0
Fürst war längere Zeit Auslandsredakteur mit dem Schwerpunkt für Südosteuropa. Leser, die in seinem Buch eine wissenschaftliche Darstellung des europäischen Integrationsprozesses Montenegros erwarten, werden enttäuscht. Er ist Bewunderer und Fürsprecher des montenegrinischen Volkes und als solcher führt er auf 162 Seiten Gründe an, weshalb Montenegro zu Europa gehört. Fürst versucht „eine Gesellschaft und einen Staat in ihrer Umbruchzeit mit journalistischen Mitteln darzustellen“. Da...
Peter Fürst

Montenegro auf dem Weg nach Europa. Mit einem Vorwort von Paul Parin

Wien: Lit 2005 (Politik aktuell 3); 195 S.; brosch., 9,90 €; ISBN 978-3-8258-9205-0
Fürst war längere Zeit Auslandsredakteur mit dem Schwerpunkt für Südosteuropa. Leser, die in seinem Buch eine wissenschaftliche Darstellung des europäischen Integrationsprozesses Montenegros erwarten, werden enttäuscht. Er ist Bewunderer und Fürsprecher des montenegrinischen Volkes und als solcher führt er auf 162 Seiten Gründe an, weshalb Montenegro zu Europa gehört. Fürst versucht „eine Gesellschaft und einen Staat in ihrer Umbruchzeit mit journalistischen Mitteln darzustellen“. Dazu lässt er mithilfe von Interviews und Dokumenten „Montenegro selbst zu Wort“ (7) kommen. Den Hauptteil bilden die Aufzeichnungen eines Gesprächs mit Milo Djukanovic, das Fürst im Mai 2005 gemeinsam mit dem Publizisten Milorad Popovic führte. In diesem Interview geht es um den Menschen Djukanovic, der Montenegro aus der „eisernen Umklammerung Serbiens“ (73) lösen und als unabhängiges Land in die EU führen will. Djukanovic tue dies nicht aus nationalistischen Motiven heraus, sondern als Manager, „der gut für seine Firma schauen will“ (73). Die Gespräche werden mit einem historischen Abriss der Entwicklung Montenegros eingeleitet. Darin schreibt Fürst über das Verhältnis Montenegros zu seinen Nachbarn sowie den wirkungsvollen Einfluss der Kirche auf politische Entscheidungsprozesse und Entwicklungen. Er berichtet auch von seinen Balkanreisen während der Kriege in den neunziger Jahren. Dabei kommt er immer wieder auf das „europäische Dilemma mit Montenegro“ (33) zu sprechen und wirft den „Europäern“ vor, sich zu weigern, „Europa als Ganzes und in allen seinen historischen Dimensionen zu denken, die [...] vom Baltikum über die Ukraine bis zur türkischen Levante reichen“ (36).
Merle Vetterlein (MEV)
Dipl.-Politologin, Doktorandin, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg (IFSH).
Rubrizierung: 2.612.2 Empfohlene Zitierweise: Merle Vetterlein, Rezension zu: Peter Fürst: Montenegro auf dem Weg nach Europa. Wien: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25381-montenegro-auf-dem-weg-nach-europa_29419, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29419 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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