/ 20.06.2013
Jörg Tremmel
Nachhaltigkeit als politische und analytische Kategorie. Der deutsche Diskurs um nachhaltige Entwicklung im Spiegel der Interessen der Akteure
München: oekom verlag 2003; 195 S.; 20,- €; ISBN 3-936581-14-2Diplomarbeit. - Der Autor formuliert die These, dass sich im deutschen Nachhaltigkeitsdiskurs inzwischen ein interessengeleiteter („politischer“) und kein interessenneutraler („analytischer“) Begriff von Nachhaltigkeit durchgesetzt habe. Dazu gibt er zunächst einen Überblick über die politischen Verwendungszusammenhänge des Wortes. Im zweiten Teil untersucht er die Begriffsbestimmung anhand der Definitionen beziehungsweise Wortverwendung von 60 Wissenschaftlern. In beiden Abschnitten analysiert Tremmel sehr detailliert u. a. sprachphilosophische und wissenschaftstheoretische Aspekte von Definitionen überhaupt sowie für die Arbeit zentraler Begriffe wie beispielsweise „Interesse“ oder „Uneigennützigkeit“. Im Anschluss prüft er, welche Definitionen sich inzwischen gesellschaftlich durchsetzen konnten und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass es derzeit noch keiner Akteursgruppe gelungen ist, den Diskurs zu bestimmen. Vielmehr sei eine wechselseitige Einflussnahme der verschiedenen Akteursgruppen auf die im Diskurs verwendeten Definitionen des Begriffes festzustellen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 | 2.341 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Jörg Tremmel: Nachhaltigkeit als politische und analytische Kategorie. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21985-nachhaltigkeit-als-politische-und-analytische-kategorie_25057, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25057
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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