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/ 20.06.2013

Parecon

Michael Albert

Parecon. Leben nach dem Kapitalismus. Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Helmut Richter

Frankfurt a. M.: Trotzdem Verlagsgenossenschaft 2006 (participatory economics); 295 S.; 20,- €; ISBN 978-3-931786-33-5
„Parecon“ ist das Akronym für „Participatory Economics“ und steht in der Tradition einer auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe basierenden libertären Demokratie. Das gemeinverständlich, bisweilen plakativ verfasste Buch plädiert zugunsten der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und für die Etablierung einer alle gesellschaftlichen Bereiche umfassenden rätedemokratischen Wirtschaftsdemokratie. Nach allgemeinen Überlegungen werden zunächst die visionären...
Michael Albert

Parecon. Leben nach dem Kapitalismus. Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Helmut Richter

Frankfurt a. M.: Trotzdem Verlagsgenossenschaft 2006 (participatory economics); 295 S.; 20,- €; ISBN 978-3-931786-33-5
„Parecon“ ist das Akronym für „Participatory Economics“ und steht in der Tradition einer auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe basierenden libertären Demokratie. Das gemeinverständlich, bisweilen plakativ verfasste Buch plädiert zugunsten der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und für die Etablierung einer alle gesellschaftlichen Bereiche umfassenden rätedemokratischen Wirtschaftsdemokratie. Nach allgemeinen Überlegungen werden zunächst die visionären Elemente und der Alltag einer partizipatorischen Ökonomie vorgestellt, bevor auf ausgewählte Einwände geantwortet wird. Auch wenn der Autor der wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion sein mit Robin Hahnel verfasstes Buch „Political Economy of Participatory Economics“ (1991) empfiehlt, sollte festgehalten werden, dass das hier vorgestellte alternative Modell kaum überzeugt. Unabhängig von der Frage, ob das (im negativ Marx'schen Sinne) utopisch angelegte Projekt wirtschaftlich effizient und wissenschaftlich überzeugend ist, irritiert vor allem die Arglosigkeit, einerseits Politik ausschließlich diskursiv und unter Ausschluss staatlicher Institutionen zu gestalten, aber andererseits immense (sozial)politische Aufgaben bewältigen zu wollen, die administrativ, also unter Zwang, durchgesetzt werden müssen. Diese fundamentale Schwäche wird nicht zuletzt daran deutlich, dass der Autor der Diskussion um politische Entscheidungsverfahren und prozessuale Garantien ausweicht und sie großzügig den zu gründenden Arbeiter- und Verbraucherräten überlässt.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.452.22 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Michael Albert: Parecon. Frankfurt a. M.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25704-parecon_29826, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29826 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA