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/ 05.06.2013
Wolfgang Gerstlberger

Public-Private-Partnerships und Stadtentwicklung. Öffentlich-private Projektgesellschaften zwischen Erweiterung und Aushöhlung kommunaler Handlungsfähigkeit

München/Mering: Rainer Hampp Verlag 1999 (Profession 7); 232 S.; 54,20 DM; ISBN 3-87988-348-3
Diss. Kassel; Gutachter: K. Grimmer, E. Hennig. - Die Kommunen sehen sich vielfältigen Aufgaben und stetig steigenden Anforderungen gegenüber. Vor allem die desolate Haushaltslage hat daher zu einem Überdenken tradierter Verfahren und zur Entwicklung neuer Organisations- und Finanzierungsformen geführt. In diesem Kontext steht die Diskussion um die Einbindung Privater in die öffentliche Aufgabenwahrnehmung, die in Form der Public-Private-Partnership-Modelle den Mittelpunkt der Untersuchung bildet. Die Arbeit skizziert den schillernden Public-Private-Partnership-Begriff, zeigt Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten auf und arbeitet die Leistungsfähigkeit und -mängel in diversen Politik- und Verwaltungsfeldern heraus. Dieses geschieht anhand von acht Fallbeispielen der Stadt und Region Kassel. Weiterführend wird geprüft, ob und inwiefern sich Ansätze für die Verallgemeinerungsfähigkeit der Ergebnisse der Fallstudien bieten. Insbesondere aus der Darlegung des Spannungsfeldes zwischen der, aus ökonomischer Sicht favorisierten, dezentralen Verantwortung und dem Erfordernis einer zentralen politischen Steuerung gewinnt die Arbeit eine interdisziplinäre Perspektive. Damit empfiehlt sie sich für kommunalwissenschaftlich Interessierte, aufgrund ihrer empirischen Ausrichtung aber insbesondere für die Praktiker in Verwaltung und Politik. Aus dem Inhalt: 2. Braucht das Land neue Städte? Rahmenbedingungen öffentlich-rechtlicher Stadtentwicklungsmodelle: 2.3 Formenvielfalt und Leitbilder kommunaler Flexibilisierung und Öffnung; 2.4 Konsequenzen für die kommunale Selbstverwaltung. 3. Organisationstheoretische Grundlagen öffentlich-privater Kooperation und Bildung erster theoretischer Annahmen: 3.1 Public-Private-Partnership: Organisatorische Interdependenz als theoretischer Ausgangspunkt; 3.2 Der situative Ansatz; 3.7 Der übergreifende Ansatz der losen Kopplung. 4. Thesenbildung über öffentlich-private Kooperationen; 5. Einführende Beschreibung des Kasseler Fallbeispiels; 6. Liegt Kassel richtig? - eine mittlere Großstadt als exemplarische Fallstudie; 7. Ansätze für die Verallgemeinerung der Kasseler Fallstudienergebnisse: 7.3 Outcome öffentlich-privater Gesellschaften: In der Stadt-Region Kassel und allgemein; 7.4 Resümee: vorsichtige kommunale Innovation in Deutschland versus risikoreicher Stadtumbau in USA und Großbritannien. 8. Öffentlich-private Projektgesellschaften: Ansätze einer grundsätzlichen kommunalen Neuorientierung?; 9. Öffentlich-private Kooperation als Zwischenschritt auf dem Weg zu einem gewährleistend-responsiven "Local State".
Rolf Ritsert (RR)
Dr., Verwaltungswissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3252.342 Empfohlene Zitierweise: Rolf Ritsert, Rezension zu: Wolfgang Gerstlberger: Public-Private-Partnerships und Stadtentwicklung. München/Mering: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8551-public-private-partnerships-und-stadtentwicklung_11273, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11273 Rezension drucken
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