/ 17.06.2013
Michael Orlandini
Transformation der Demokratie in Italien?
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2001 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 428); XII, 193 S.; brosch., 35,28 €; ISBN 3-631-37608-1Politikwiss. Diss. Münster; Gutachter: W. Woyke, D. Thränhardt. - Die italienische Demokratie hat Anfang der 90er-Jahre aufgrund des Zusammenbruchs des Parteiensystems und der Zersplitterung der größten Partei, der Democrazia Cristiana, große Aufmerksamkeit erregt. Orlandini untersucht diesen und den dazugehörigen Wandel des Wahlsystems in den 80er- und 90er-Jahren. Darüber hinaus werden weitere Bestandteile des politischen Systems Italiens in den Blick genommen: die politische Kultur, die staatlichen Institutionen, die Medien und auch die Mafia. Jeder Aspekt wird einzeln in seiner Entwicklung in diesen zwei Jahrzehnten beleuchtet und bezüglich Kontinuität und Wandel beurteilt. Dabei werden vor allem für das Parteien- und das Mediensystem die grundlegendsten Veränderungen festgestellt, für die übrigen Bereiche spricht der Autor nur vom sozialen Wandel, nicht von Transformation. Die Darstellung ist sehr detailreich, dennoch geht der Blick für die Einschätzung des Wandels nicht verloren. Die Maßstäbe hierfür sind aber zu wenig deutlich, denn der methodische und mehr noch der theoretische Bezugsrahmen zu Beginn der Arbeit wirken wie nachträglich aufgesetzt. Der Vergleich der italienischen Entwicklung mit der deutschen und der französischen im Schlusskapitel ist interessant, letztlich aber wenig ertragreich.
Andreas Hallermann (AH)
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
Rubrizierung: 2.61 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Andreas Hallermann, Rezension zu: Michael Orlandini: Transformation der Demokratie in Italien? Frankfurt a. M. u. a.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15772-transformation-der-demokratie-in-italien_17994, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17994
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Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
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