/ 21.06.2013
Claudia Pinl
Das Biedermeier-Komplott. Wie Neokonservative Deutschland retten wollen
Hamburg: Konkret Literatur Verlag 2007; 176 S.; brosch., 15,- €; ISBN 978-3-89458-251-7In ihrer schnell gelesenen Polemik nimmt Pinl neokonservative Publizisten wie Paul Kirchhof, Udo Di Fabio, Matthias Matussek, Frank Schirrmacher, Peter Hahne, Wolfgang Weimer und Eva Herman ins Visier, die Deutschland am Abgrund sehen und zu seiner Errettung traditionelle Institutionen und bürgerliche Werte wie Familie, Nationalstolz und Religion sowie Sekundärtugenden wie Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit wiederbeleben wollen. Mit ihren Plädoyers für mehr Eigeninitiative und Eigenvorsorge, für eine autoritäre Kindererziehung und eine überkommene Frauen- und Mutterrolle sowie mit ihrer Beschwörung bevölkerungspolitischer Katastrophenszenarien greifen die Protagonisten des neokonservativen Diskurses aus Sicht der Autorin die demokratische Basis der Gesellschaft an. Sie tun dies, indem sie fordern, im neoliberalen Sinne die Dominanz des Staates als demokratisch legitimierte Regulierungsinstanz zugunsten des Marktes und der Wirtschaft zurückzunehmen. Zugleich werden Topoi der Neuen Rechten in der Mitte der Gesellschaft hoffähig gemacht.
Julia Schmidt-Häuer (JSH)
Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
Rubrizierung: 2.331 | 2.35 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Julia Schmidt-Häuer, Rezension zu: Claudia Pinl: Das Biedermeier-Komplott. Hamburg: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27795-das-biedermeier-komplott_32642, veröffentlicht am 27.03.2008.
Buch-Nr.: 32642
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Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
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