/ 11.06.2013
Lester M. Salamon / Helmut K. Anheier
Der Dritte Sektor. Aktuelle internationale Trends - Eine Zusammenfassung. The Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project, Phase II. Aus dem Englischen von Michael Strübin
Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 1999; 52 S.; brosch., 16,- DM; ISBN 3-89204-457-0Das Johns Hopkins Projekt zur vergleichenden Forschung des Dritten Sektors stützt sich auf 28 Länderstudien. Dritter Sektor bedeutet hier im Sinne einer Arbeitsdefinition den privaten, gemeinnützigen Bereich oder wie in den USA formuliert, den Non-Profit-Bereich. Aufgrund dieser offenen Definition finden sich Krankenhäuser und Universitäten ebenso wie Bürgerrechtsinitiativen und Jugendgruppen im Dritten Sektor wieder. Die quantitativ angelegte Studie hat das Ziel, über die Reichweite, Struktur, Finanzierung und Rolle dieses Sektors Aufschluss zu geben. Dass die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten 18,8 Millionen beträgt und diese gemeinsam mit den Ehrenamtlichen mehr als eine Billion US-Dollar im Jahr umsetzen, zeigt die wirtschaftliche Bedeutung. Die Organisationen werden zu 47 Prozent aus Gebühren, zu 42 Prozent mit öffentlichen Mitteln und nur zu 11 Prozent aus Spenden und Stiftungsgeldern finanziert. In Deutschland stehen 64 Prozent öffentlicher Mittel einem Anteil von drei Prozent durch private Geber entgegen. Die Feststellung, dass sich im Bereich Freizeit und Kultur mehr Menschen im Ehrenamt engagieren als im Bereich Gesundheit, sagt nicht viel aus. Das Spannungsfeld von Haupt- und Ehrenamt, von Profession und Engagement wird nicht thematisiert. Die Rolle, die dem Sektor zukommt, wird für die einzelnen Kontinente (unterteilt in Nord- und Südamerika, West- und Osteuropa sowie Asien - hier Japan - und Australien) kurz geschildert, bleibt aber im hypothetischen Bereich. Aufgrund der komprimierten Darstellung ist der Aussagegehalt der präsentierten Ergebnisse gering. Die sehr aufwendig zusammengetragenen Daten werden kaum interpretiert und durch die sehr weit gefasste Definition vom Dritten Sektor sind die Problemlagen nur skizziert. Möglicherweise geben die separat veröffentlichen Länderstudien einen tieferen Einblick.
Bernhard Stelzl (BHS)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.22
Empfohlene Zitierweise: Bernhard Stelzl, Rezension zu: Lester M. Salamon / Helmut K. Anheier: Der Dritte Sektor. Gütersloh: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11363-der-dritte-sektor_13469, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 13469
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Politikwissenschaftler.
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