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/ 18.06.2013
Heinz Nawratil

Der Kult mit der Schuld. Geschichte im Unterbewußtsein. Mit einem Nachwort von Herbert Speidel

München: Universitas 2002; 256 S.; geb., 14,90 €; ISBN 3-8004-1439-2
Während beispielsweise Franzosen oder Briten ganz selbstverständlich stolz auf ihre nationale Identität seien, so der Ansatzpunkt des Autors, sei in Deutschland das Gegenteil der Fall: Deutsch zu sein würden viele als ausgesprochene Schande empfinden; es herrsche eine regelrechte Deutschfeindlichkeit, insbesondere bei den linken Intellektuellen. Grund dafür sei eine den Deutschen auferlegte "Kollektivschuld" an den NS-Verbrechen, die bis heute nachwirke. Dies habe, so der Autor weiter, u. a. auch innenpolitische (Stichwort Einwanderungsdebatte) und außenpolitische Konsequenzen, wenn die Deutschen seiner Auffassung nach beispielsweise ihre nationalen Interessen in Brüssel zu wenig vertreten. Dementsprechend plädiert er in dieser populärwissenschaftlichen, nationalistisch orientierten Arbeit dafür, dass dieser "kollektive Schuldkomplex" der Deutschen, der angeblich "mittlerweile pseudoreligiöse Formen angenommen hat" (238), beseitigt werden solle, auf dass "die Deutschen wieder den aufrechten Gang" (236) erlernen sollten, wie sogar Ausländer inzwischen fordern würden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Heinz Nawratil: Der Kult mit der Schuld. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18261-der-kult-mit-der-schuld_21123, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21123 Rezension drucken
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