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/ 21.06.2013
Anke Rätsch

Der Sächsische Landtag in den ersten beiden Wahlperioden (1990-1999) Tätigkeit, Professionalisierung und Selbstbild seiner Abgeordneten

Online-Publikation 2008 (http://archiv.tu-chemnitz.de/pub/2008/0077/data/Dissertation_Anke_Raetsch.pdf); V, 364 S.
Geschichtswiss. Diss. Chemnitz. – Womit haben sich die Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschäftigt, wie haben sie ihre Aufgaben bewältigt und welchen beruflichen und sozialen Hintergrund brachten die „Parlamentarier der ersten Stunde“ (5) in ihr Mandat ein? Unter dieser Fragestellung betrachtet die Autorin die ersten beiden Wahlperioden, wobei sie zum einen nach den Veränderungen in der Gewichtung der Tätigkeitsschwerpunkte sowie in der Professionalisierung und im Selbstverständnis der Abgeordneten zwischen den beiden Zeiträumen fragt, zum anderen einen vergleichenden Blick auf die Situation in den westlichen Landesparlamenten wirft. Die Studie beginnt mit der Darstellung der Vorphase der Konstituierung des Parlamentes, des Parteienspektrums und den Ergebnissen der beiden Landtagswahlen von 1990 und 1994. Die Analyse der Tätigkeitsbereiche bezieht sich im Wesentlichen auf vier Schwerpunkte: 1. Herstellung der Arbeitsfähigkeit, 2. Aufarbeitung der Vergangenheit (für die im Sächsischen Landtag ein Untersuchungsausschuss eingerichtet wurde), 3. Parlamentarische Kontrolle, 4. Fragerecht der Abgeordneten und Informationspflicht der Staatsregierung. Im Unterschied zu den Landesparlamenten der alten Bundesländer bestand die Tätigkeit im Sächsischen Landtag insbesondere in der ersten Legislaturperiode zu großen Teilen in grundlegender Gesetzgebungsarbeit und der Verabschiedung der Landesverfassung. Durch diese „Aufwertung der legislativen Funktion stemmte sich der Sächsische Landtag gegen den allgemein festgestellten Bedeutungsverlust der Landesparlamente“ (334), schreibt Rätsch. Zudem spielte der Faktor der Vergangenheit in der Parlamentsarbeit sowie im Verhältnis der Fraktionen untereinander eine große Bedeutung. Damit korrespondiert auch das insgesamt positive Selbstverständnis der Abgeordneten, das sich u. a. darauf begründete, vor der Mandatsübernahme aktiv an dem politischen Systemwechsel beteiligt gewesen zu sein. „Die Mitglieder des Sächsischen Landtages sahen sich dabei durchaus als Bestandteil einer ‚neuen’ politischen Klasse.“ (330)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3252.331 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Anke Rätsch: Der Sächsische Landtag in den ersten beiden Wahlperioden (1990-1999) 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30391-der-saechsische-landtag-in-den-ersten-beiden-wahlperioden-1990-1999_36077, veröffentlicht am 11.03.2009. Buch-Nr.: 36077 Rezension drucken
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