/ 05.06.2013
Jürgen Hoffmann / Norbert Lepszy
Die DVU in den Landesparlamenten: inkompetent, zerstritten, politikunfähig. Eine Bilanz rechtsextremer Politik nach zehn Jahren
Sankt Augustin: Konrad-Adenauer-Stiftung 1998 (Interne Studien 163); 55 S.; 5,- DM; ISBN 3-931575-77-2Nach einem kurzen Überblick über Entwicklung, Programmatik und Organisation der Partei untersucht die Studie das Verhalten der rechtsextremen DVU in der parlamentarischen Alltagspraxis. Betrachtet werden die "Arbeit" der Partei in Bremen (1987 bis 1995), in Schleswig-Holstein (1992 bis 1996) und - in einem kurzen Vorgriff – in Sachsen-Anhalt (seit 1998). Das Fazit ist in jederlei Hinsicht ernüchternd. Nicht nur, daß die Abgeordneten ihre selbstgesetzten Ansprüche zu keinem Zeitpunkt einlösen konnten; in den eigenen Reihen gab es schon bald heftigen Streit, der in beiden Fällen (Bremen und Schleswig-Holstein) zum Auseinanderbrechen der Fraktionen führte. Die Ursachen dafür liegen in der autoritären Struktur der vom Münchner Verleger Frey wie ein Privatunternehmen geführten Partei, in der es innerparteiliche Diskussionen ebensowenig gibt wie durchdachte Lösungsangebote zu drängenden politischen Fragen. "Eine politische Sachkompetenz ist nicht einmal ansatzweise erkennbar. Legt man an die DVU die Maßstäbe der Parteientheorie und des Parteiengesetzes an, fällt es schwer, in ihr überhaupt eine Partei zu sehen." (52)
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.331 | 2.325
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Jürgen Hoffmann / Norbert Lepszy: Die DVU in den Landesparlamenten: inkompetent, zerstritten, politikunfähig. Sankt Augustin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7054-die-dvu-in-den-landesparlamenten-inkompetent-zerstritten-politikunfaehig_9441, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9441
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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