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/ 21.06.2013
Hans Leyendecker

Die große Gier. Korruption, Kartelle, Lustreisen: Warum unsere Wirtschaft eine neue Moral braucht

Berlin: Rowohlt 2007; 301 S.; geb., 19,90 €; ISBN 978-3-87134-594-4
Auch im Jahre 2007 befindet sich Deutschland unverändert im Korruptionswahrnehmungsindex der Antikorruptionsorganisation Transparency International auf Platz 16 – schon 2005 war Hongkong an Deutschland vorbeigezogen. Aus den vielen Korruptionsfällen der letzten Jahre mit ihren prominenten Namen wie BMW, Daimler Chrysler, Infineon, VW, Siemens etc. wählt Leyendecker – bei der Süddeutschen Zeitung fast so etwas wie hauptamtlicher Redakteur für Korruptionsfälle – vor allem zwei aus, nämlich die bei Siemens und VW. Das hat den Vorteil, dass der Leser bei den vielen Fakten, die er täglich oft auch neu aus den Nachrichten erfährt, nicht den Überblick verliert, da die Affären in ihren Zusammenhängen dargestellt werden. Aber nicht nur die Chronologie der Ereignisse wird so in Erinnerung gerufen. Der aufmerksame Leser wird auch auf mögliche Zusammenhänge hingewiesen, die das bisher Aufgeklärte als ein Schattenspiel in der platonischen Höhle erscheinen lässt; denn wer z. B. denkt noch bei den Lustreisen bei VW an die Lopezaffäre viele Jahre früher, gleich zur Zeit des Einstiegs von Piëch als Vorstandsvorsitzender bei VW.
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.32.323 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Hans Leyendecker: Die große Gier. Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28249-die-grosse-gier_33236, veröffentlicht am 01.04.2008. Buch-Nr.: 33236 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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