/ 05.06.2013
Franz Greß / Ronald Huth
Die Landesparlamente. Gesetzgebungsorgane in den deutschen Ländern
Heidelberg: Hüthig 1998 (Heidelberger Wegweiser); 146 S.; brosch., 19,80 DM; ISBN 3-7785-2332-5Greß und Huth skizzieren zunächst die historische Entwicklung der Landesparlamente seit den ersten Ansätzen im 19. Jahrhundert bis zur Wiedereinführung der Bundesländer auf dem Gebiet der ehemaligen DDR im Jahr 1990. Anschließend stellen sie Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise der Parlamente der Bundesländer übergreifend und die Gemeinsamkeiten hervorhebend dar. Einzelne abweichende Erscheinungsformen und Regelungen werden ergänzend erwähnt. Als besondere Funktion der Landesparlamente nennen die Autoren die "politische Laborfunktion" (54), die sich in erster Linie auf neue Koalitionskonstellationen bezieht. In einem Ausblick zeigen Greß und Huth die Schranken, denen die Landesparlamente unterliegen: die fehlende Kompetenz, Entscheidungen des Bundesrates zu beeinflussen, der zunehmend im Tausch gegen originäre Landeskompetenzen Mitwirkungsrechte bei Bundesgesetzen erhält, innerstaatliche "Homogenitätsbedürfnisse in rechtlicher und sozialer Hinsicht" (134) sowie die Einführung direktdemokratischer Elemente in die Landesverfassungen. Zahlreiche Schaubilder und Tabellen vervollständigen diese Einführung in die Thematik.
Inhaltsübersicht: 1. Die Landesparlamente in der deutschen Geschichte; 2. Aufgaben der Landesparlamente; 3. Aufbau, Struktur und Organisation der Landesparlamente; 4. Arbeitspraxis der Landesparlamente; 5. Landesparlamente in der föderativen Ordnung des Grundgesetzes.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.325
Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Franz Greß / Ronald Huth: Die Landesparlamente. Heidelberg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7499-die-landesparlamente_9985, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 9985
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Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
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