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/ 20.06.2013
Franz Walter

Die ziellose Republik. Gezeitenwechsel in Gesellschaft und Politik

Köln: Kiepenheuer & Witsch 2006 (KiWi Paperback 946); 293 S.; 8,95 €; ISBN 978-3-462-03701-2
Der Göttinger Politikwissenschaftler Walter gehört zu den profiliertesten Beobachtern der deutschen Parteienlandschaft. Dass er sich nicht scheut, die Ergebnisse seiner Forschung nicht nur in seinen weithin beachteten monografischen Studien zu präsentieren, sondern auch in der deutschen Qualitätspresse einem erweiterten Leserkreis zur Diskussion zu stellen, hat ihm den Vorwurf eines „Feuilletonpolitologen“ eingebracht. Walter weiß, dass das pejorativ gemeint ist und verteidigt doch die Tradition der Göttinger Politikwissenschaft, „über den engen Zirkel der Fachwissenschaft hinaus“ hineinzuwirken (43). Die 32 Beiträge des Bandes zeigen, dass das gelungen ist. Sie sind zwischen 2004 und 2006 entstanden und lesen sich wie eine kritische Bestandsaufnahme der deutschen Politik und insbesondere ihrer Parteien. Ein besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die SPD, die Walter am besten kennt. Über das Tagesaktuelle, das vielfach den Anlass für die Essays abgegeben hat, geht er dabei weit hinaus und legt die untergründigen gesellschaftlichen Verschiebungen offen, die die gegenwärtige Lage kennzeichnen. Der großen Koalition attestiert Walter den „Charme der Nüchternheit“, die allerdings die Zukunftsfragen vertagen werde.
Wilhelm Knelangen (WK)
Dr., wiss. Ass., Institut für Sozialwissenschaften (Bereich Politikwissenschaft), Universität Kiel.
Rubrizierung: 2.3312.35 Empfohlene Zitierweise: Wilhelm Knelangen, Rezension zu: Franz Walter: Die ziellose Republik. Köln: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25829-die-ziellose-republik_29988, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29988 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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