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/ 18.06.2013
Marco Carini

Fritz Teufel. Wenn's der Wahrheitsfindung dient

Hamburg: Konkret Literatur Verlag 2003; 248 S.; brosch., 16,50 €; ISBN 3-89458-224-3
Neben Rudi Dutschke zählt Teufel zu den bekanntesten Aktivisten der APO. Er war im SDS aktiv und beteiligte sich mit Lust an Grenzübertretungen immer wieder an studentischen Protestaktionen. Später wurde er Mitglied der damals geradezu legendären Kommune 1. Im Rahmen der Prozesse um die Entführung des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz wurde Teufel der Mittäterschaft verdächtigt und verhaftet. Erst nach einem jahrelangen Gefängnisaufenthalt enthüllte er, dass er für die fragliche Zeit unter anderem Namen in einer Fabrik gearbeitet hatt und somit nachweislich ein Alibi vorweisen konnte. Insgesamt verbrachte Teufel etwa acht Jahre in deutschen Gefängnissen. Trotzdem war seine Lust auf spektakuläre und witzige Protestaktionen ungebrochen - legendär seine Zaubertinten-Attacke gegen den damaligen Bundesfinanzminister Franz Matthöfer vor laufenden Kameras. In späteren Jahren war Teufels Leben vornehmlich durch lange Fahrradtouren sowie seine Arbeit als Fahrradkurier bestimmt. Im Jahr 2001 erhielt der ehemalige Bürgerschreck den Wolfgang-Neuss-Preis für Zivilcourage. Der Autor zeichnet zum einen den Lebensweg des inzwischen 60-Jährigen nach und bietet zum anderen einen interessanten und lebendigen Einblick in eine Zeit, die die bundesdeutsche Gesellschaft auf Jahre hinaus prägte.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.32.3312.37 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Marco Carini: Fritz Teufel. Hamburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20016-fritz-teufel_23309, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23309 Rezension drucken
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