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/ 20.06.2013
Arno Gruen

"Ich will eine Welt ohne Kriege"

Stuttgart: Klett-Cotta 2006; 126 S.; geb., 12,- €; ISBN 978-608-94443-3
Der 1923 geborene Psychologe und Psychoanalytiker Gruen beschäftigt sich mit den Ursachen für das Entstehen von Gewalt und seiner gefährlichsten Form, dem Krieg. Große Bedeutung misst er dem Eltern-Kind-Verhältnis bei. Rund ein Drittel der Menschheit erhalte im Aufwachsen zu wenig Liebe, die Kinder würden bewusst oder unbewusst abgelehnt. Wenn Eltern aber auf die kindlichen Bedürfnisse nicht adäquat reagierten, so bestehe die Gefahr, dass sich die „empathischen Fähigkeiten“ (52) nicht entwickelten. Schlimmer noch, es könne zu Aggressionen gegen sich selbst oder gegen andere kommen. Diese würden sich oftmals gegen schwächere Menschen oder Gruppen richten. In Krisenzeiten wachse die Gewaltbereitschaft. Dies sei „die Stunde für politische Führer, die – unter dem Vorwand, für die Gesellschaft nur das Beste zu wollen – die Erlaubnis erteilen, Hass und Verachtung gegen soziale Gruppen zu richten, die angeblich für die Missstände verantwortlich sind. [...] Auf diesem Weg lassen sich Menschen für Kriege mobilisieren.“ (104) Dennoch sei die Situation nicht aussichtslos, so der in Zürich lebende Geschwister-Scholl-Preisträger. Kriege lassen sich verhindern, sofern wir „unser Mitgefühl zum Maßstab unseres Handelns“ (105) machen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.2 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Arno Gruen: "Ich will eine Welt ohne Kriege" Stuttgart: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21821-ich-will-eine-welt-ohne-kriege_29915, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29915 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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