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/ 22.06.2013
Elke Wiechmann / Leo Kißler

Kommunale Demographiepolitik. Antworten auf den sozio-demographischen Wandel in den Rathäusern

Berlin: edition sigma 2010 (Modernisierung des öffentlichen Sektors 37); 91 S.; 8,90 €; ISBN 978-3-8360-7237-3
„Was für den klimatischen Wandel die Pole, sind für den demographischen Wandel die Städte. Es handelt sich um Orte, an denen sich das Phänomen am ehesten nachweisen lässt und am schärfsten abzeichnet.“ (7) Wiechmann und Kißler zeigen, dass der demographische Wandel inzwischen die Rathäuser erreicht hat und sie vor erhebliche Probleme stellt: Zum einen verändere sich die Einwohnerstruktur in den Städten und damit die Nachfrage nach kommunalen Dienstleistungen. Die Bevölkerung nehme nicht nur ab, sie werde auch älter und in Teilen ärmer. Daher laute die entscheidende Frage für die Zukunft, welche Aufgaben in welcher Qualität und Quantität erledigt werden müssen, sollen und können. Daran werde künftig mehr denn je die Attraktivität einer Kommune gemessen werden. Zum anderen nehme die Zahl der Beschäftigten ab und gleichzeitig verändere sich die Altersstruktur im öffentlichen Dienst, so sei die Zahl der unter 35-Jährigen deutlich rückläufig. Personalabbau werde über kurz oder lang kein Thema mehr für Kommunalpolitiker sein. Vielmehr werde es bald darum gehen, wie, von wem und in welcher Qualität kommunale Dienste künftig erbracht werden und woher das qualifizierte Personal kommen soll. Die Autoren bieten im ersten Abschnitt einen kompakten Überblick über die demographischen Trends und absehbaren Probleme, im zweiten Teil zeigen sie am Beispiel der Landeshauptstadt München als guter Praxis, wie sich das Thema in unterschiedlichen Perspektiven bearbeiten lässt, wie Kommunen den Wandel beobachten und die Bewältigung der Folgen praktisch organisieren können. Dieses Praxisbeispiel lässt erkennen, dass sich eine kommunale Demographiepolitik dadurch auszeichnet, dass Verwaltung und Politik gemeinsam festlegen, wie es in der Kommune künftig aussehen soll. Am Anfang steht das Wissen über die eigene Bevölkerungsentwicklung sowie das über den eigenen Personalbestand und wie er sich perspektivisch entwickelt. Außerdem müsse die Aufgabenpalette der Verwaltung daraufhin überprüft werden, wie sie sich absehbar verändern wird, um kommunale Entwicklungen befördern oder verhindern zu können. Entsprechend müsse das Personal daraufhin vorbereitet werden. Rekrutierung, Ausbildung und Personalentwicklung werden künftig stärker in den Mittelpunkt einer demographieorientierten Personalpolitik rücken müssen. „Sparmaßnahmen nach dem Rasenmäherprinzip“ (85) sind danach ausgeschlossen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Elke Wiechmann / Leo Kißler: Kommunale Demographiepolitik. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33210-kommunale-demographiepolitik_39705, veröffentlicht am 09.03.2011. Buch-Nr.: 39705 Rezension drucken
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