/ 06.06.2013
Stefan Eckl
"Kooperative Planung" in der kommunalen Sportpolitik. Evaluation eines bürgerbeteiligenden Verfahrens in der kommunalen Sportentwicklungsplanung
Online-Publikation 2007 (http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/2007/3061/pdf/Diss_Eckl.pdf); 376 S.Diss. wirtschafts- und sozialwiss. Fakultät Stuttgart; Gutachter: O. W. Gabriel, W. Schlicht. – Die Methode der Kooperativen Planung ist ein vorparlamentarisches Verfahren, um die direkte Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern an kommunalen Planungsprozessen zu ermöglichen. Es greift verschiedene Elemente anderer Formen der Bürgerbeteiligung auf, wird von der Verwaltung gesteuert und durch eine externe Moderation begleitet. Strittig ist, inwieweit dieses Verfahren auch die Interessen nicht beteiligter Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. Während Kritiker die Gefahr der Durchsetzung von Partialinteressen hervorheben, gehen Befürworter hingegen von einer „advokatorische[n] Übernahme der Interessen der Inaktiven durch die Partizipanten“ (93) aus. Der Autor verknüpft diese partizipationstheoretischen Fragen zum Thema Bürgergesellschaft mit der Diskussion um den Wandel des Sports im Rahmen der kommunalen Sportentwicklungsplanung und fragt, inwieweit die Kooperative Planung als partizipatorisches Verfahren zu bewerten und als solches erfolgreich anwendbar ist. Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine vergleichende Einzelfalluntersuchung von kooperativen Planungen in der Sportpolitik in der ländlich geprägten Kleinstadt Fellbach und in der mittelgroßen Stadt Freiburg. Bei der Analyse der Planungsprozesse und -ergebnisse findet die Zusammensetzung der Planungsgruppe eine besondere Beachtung. Im Ergebnis lässt sich diese Methode „bei einer großzügigeren Auslegung des Partizipationsbegriffes als bürgerbeteiligendes Verfahren“ einstufen, „auch wenn keine breite Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen gelingt“ (8). Das Verfahren ermöglicht bisher nicht involvierten Gruppen den Zugang zum Politikfeld Sport, zudem – so ein weiteres Ergebnis – leistet es einen Beitrag zu einer langfristigen Steuerung kommunaler Sportpolitik.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Stefan Eckl: "Kooperative Planung" in der kommunalen Sportpolitik. 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9035-kooperative-planung-in-der-kommunalen-sportpolitik_32924, veröffentlicht am 28.03.2008.
Buch-Nr.: 32924
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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