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/ 05.06.2013
Andreas Galonska

Landesparteiensysteme im Föderalismus. Rheinland-Pfalz und Hessen 1945-1996

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 1999 (DUV: Sozialwissenschaft); XVIII, 372 S.; brosch., 84,- DM; ISBN 3-8244-4329-5
Beide Länder - Rheinland-Pfalz als "Retortenland" und Hessen erstmals vereint - sind nach dem Zweiten Weltkrieg durch Beschluß der Alliierten geschaffen worden. Inzwischen haben sie ihren jeweils eigenen politischen Charakter herausgebildet, der sich auch in eigenständigen parteipolitischen Strukturen manifestiert. In Form eines langfristigen Vergleichs werden die Parteiensysteme Hessens und Rheinland-Pfalz' in der Zeit zwischen 1945 und 1996 untersucht "schwerpunktmäßig diejenigen Faktoren, die zur Herausbildung und zur Beibehaltung der Dominanzpositionen der Volksparteien in den beiden Bundesländern beigetragen haben und die zur Einebnung der dominierenden Stellung von CDU und SPD in den Parteiensystemen von Rheinland-Pfalz und Hessen seit Mitte der 80er Jahre geführt haben" (2). Die Analyse des Parteiensystems gilt den unterschiedlichen Funktionen der Parteien - "im Gegensatz zur landespolitischen Parteiengeschichte" - und hier besonders der Integrations- und Innovationsfunktion. "Vier Entwicklungsphasen" werden für die "verschiedenen Zäsuren in der Genese der Parteiensysteme" herausgearbeitet: Gründungsphase und Phase der Hegemonie, die geprägt ist von der althergebrachten politischen Tradition, zum anderen die Polarisierungsphase der 70er Jahre und die Öffnungsphase mit Beginn der 80er Jahre, die für die strukturellen Veränderungen maßgeblich waren. Als Auswirkung des föderativen Systems der Bundesrepublik Deutschland bezüglich der Entwicklung der Landesparteiensysteme wurde vor allem festgestellt: 1. "Es ergeben sich Interdependenzen zwischen Bundes- und Landesorganisationen einer Partei." 2. "Politische Entwicklungen in anderen Bundesländern haben Einfluß auf die Gestaltung eines jeden Landesparteiensystems." 3. "Landespolitische Wahlentscheidungen sind seit den frühen 70er Jahren in stärkerem Maße neben einer rein landes- auch als bundespolitische Entscheidung betrachtet worden." 4. "Personalpolitische Faktoren müssen zur Erklärung von Stärke und Stellung der Landesparteien herangezogen werden" (307). 5. "Die Organisation der Landesverbände und ihre Mitgliederstruktur bestimmen über den Rückhalt bei gesellschaftlichen Gruppen." 6. "Landespolitische Besonderheiten führen zu einer veränderten Bewertung der politischen Akteure im Land und im Bund." 7. "[...] verfahrenstechnische Besonderheiten vor allem während der Hegemoniephase [haben] zu Verzerrungen bei der Mandatsverteilung geführt" (308). Inhaltsübersicht: 2. Zu theoretischen Grundlagen und dem Stand der Parteiensystemforschung auf Ebene der Bundesländer; 3. Exkurs: Parteiensysteme auf nationaler und subnationaler Ebene föderativer Staaten; 4. Entwicklungsphasen der Parteiensysteme in Rheinland-Pfalz und in Hessen im Vergleich zu anderen Ländern der Bundesrepublik Deutschland; 5. Gründungsphase (1945-1951); 6. Die Phase der Hegemonie (1951-1969); 7. Polarisierungsphase (1969-1982/83); 8. Öffnungsphase (seit 1982/83); 9. Schlußbetrachtung: Kontinuität und Wandel in den Parteiensystemen von Hessen und Rheinland-Pfalz 1946-1996; 10. Anhang: Wahlergebnisse in Rheinland-Pfalz und in Hessen.
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.3252.3312.22 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Andreas Galonska: Landesparteiensysteme im Föderalismus. Wiesbaden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8682-landesparteiensysteme-im-foederalismus_11417, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 11417 Rezension drucken
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