/ 22.06.2013
Kristin Vorbohle
Lokale Antworten auf globale Herausforderungen. Integrative Kooperationen zwischen Unternehmen und Nonprofit-Organisationen im Kontext von Corporate Social Responsiveness
Marburg: Metropolis-Verlag 2010 (Ethik und Ökonomie 11); 409 S.; 36,80 €; ISBN 978-3-89518-839-8Wirtschaftswiss. Diss. Oldenburg; Gutachter: T. Beschorner. – Integrative Kooperationen zwischen Unternehmen und Nonprofit-Organisationen grenzen sich einerseits von profitorientierten, andererseits von philanthropischen Kooperationen ab. Eingebettet in Corporate Social Responsibility-Strategien vereinen sie die Kenntnisse von Nonprofits um gesellschaftliche Problemlagen mit den Ressourcen von Unternehmen und bieten so das Potenzial für optimalen gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Die Autorin fragt primär danach, wie diese Kooperationen entstehen. Dazu greift Vorbohle auf Konzepte der Neuen Institutionenökonomik, der Governanceethik und der Evolutorischen Ökonomik zurück und verbindet diese mit empirischen Daten, die sie unter anderem aus einer Reihe von Interviews mit beteiligten Akteuren gewonnen hat. Seien bisherige Studien im Wesentlichen davon ausgegangen, dass Kooperationen mehr oder weniger zufällig zustande gekommen seien, stellt Vorbohle die Rolle von Promotoren ins Zentrum: Integrative Kooperationen können gezielt angebahnt und auf den Weg gebracht werden, indem komplementäre Kompetenzen vernetzt werden. Die untersuchten Fallbeispiele zeigen dabei ganz erstaunliche Ergebnisse, etwa die Gründung einer gGmbH zur Verbesserung der ganzheitlichen Gesundheitsversorgung durch ein Pharmaunternehmen oder die Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und NABU zur Durchführung von Spritspartrainings. Überhaupt scheinen gerade negativ bewertete Unternehmenssektoren besonders offen für innovative Kooperationsformen zu sein. So steckt hinter der Kooperation zwischen der Deutschen BP AG und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement zur Stärkung des Ehrenamts bei jungen Menschen die Absicht des Unternehmens, von dem positiven Image des gesellschaftlichen Engagements zu profitieren. Gerade diese Offenheit der Nonprofit-Organisationen gegenüber unternehmerischen Erwägungen – so die Autorin – zeichne die kooperative Strategie aus und eröffne innovative Wege zu einer effektiveren Lösung gesellschaftlicher Probleme.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.331
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Kristin Vorbohle: Lokale Antworten auf globale Herausforderungen. Marburg: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33353-lokale-antworten-auf-globale-herausforderungen_39895, veröffentlicht am 06.04.2011.
Buch-Nr.: 39895
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Dr., Politikwissenschaftler.
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