/ 20.06.2013
Kurt Imhof / Roger Blum / Heinz Bonfadelli / Otfried Jarren (Hrsg.)
Mediengesellschaft. Strukturen, Merkmale, Entwicklungsdynamiken
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004 (Mediensymposium Luzern 8); 419 S.; brosch., 35,90 €; ISBN 3-531-14372-7
Der Begriff der Mediengesellschaft ist in den Medienwissenschaften selbst bislang nur wenig reflektiert worden. Im ersten Teil des Sammelbandes wird er - zum Teil in Abgrenzung zu anderen Gesellschaftsvorstellungen - diskutiert. Zudem wird die Bedeutung von Medien in modernen Gesellschaften aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Im zweiten Teil analysieren die Autoren die Bedeutung von Medialisierungs- beziehungsweise Mediatisierungsprozessen für unterschiedliche gesellschaftliche Teilbereiche. Dabei geht es insbesondere um die Rückwirkung von medialen Erfordernissen und Regeln auf die eigentlichen Inhalte und Abläufe in den Teilbereichen selbst. Betrachtet werden die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Das Buch dokumentiert das Luzerner Mediensymposium aus dem Jahre 2002.
Aus dem Inhalt:
I. Was ist die Mediengesellschaft?
Michael Haller:
Die Mediengesellschaft oder das Dilemma der Unvereinbarkeit von Identität und Universalität (33-56)
Werner A. Meier / Heinz Bonfadelli:
Informationsgesellschaft oder Mediengesellschaft? (57-78)
Esther Kamber:
Mediengesellschaft - Der Gesellschaftsbegriff im Spannungsfeld der Modernetheorie (79-99)
Elisabeth Klaus / Margreth Lünenborg:
Medienhandeln als Alltagshandeln. Über die Konstituierung gesellschaftlicher Identität durch cultural citizenship in der Mediengesellschaft (100-113)
Edzard Schade:
Indikatoren für Medialisierungsforschung: Konzepte von Wirklichkeitskonstruktion als Bausteine der Mediengesellschaft (114-138)
Ulrich Saxer:
Mediengesellschaft: auf dem Weg zu einem neuen Konzept (139-155)
II. Medienlogiken in der Wissenschaft: Diktat der Aufmerksamkeit?
Urs Dahinden:
Steht die Wissenschaft unter Mediatisierungsdruck? Eine Positionsbestimmung zwischen Glashaus und Marktplatz (159-175)
Stephan Ruß-Mohl:
Wissenschaftsjournalismus in der Aufmerksamkeitsökonomie (176-194)
Michael Schanne / Urs Kiener:
Wissenschaft und Öffentlichkeit: multiple Grenzziehungen (195-207)
III. Medienlogiken in der Ökonomie: Kontingenzerweiterung?
Jürgen Heinrich / Frank Lobigs:
Moralin fürs Volk. Gründe und Auswirkungen der Moralisierung in der Politik- und Wirtschaftsberichterstattung aus einer modernen ökonomischen Perspektive (211-230)
Stefan Tobler:
Aufstieg und Fall der New Economy. Zur Medialisierung der Börsenarena (231-261)
Mark Eisenegger:
Reputationskonstitution in der Mediengesellschaft (262-292)
IV. Medienlogiken in der Politik: Neukonstitution des Politischen?
Christian Steininger:
Das politische Dilemma medialer Produktion (295-313)
Frank Esser:
Metaberichterstattung. Begründung eines Konzepts der Medienselbstthematisierung und Publicity-Thematisierung in internationalen Wahlkämpfen (314-346)
Horst Pöttker:
Maßstab: Balance von Eigensinn und Fremdverstehen. Zur Analyse der Kritik an der Mediatisierung (347-362)
Hans Mathias Kepplinger / Simone Christine Ehmig:
Ist die funktionalistische Skandaltheorie empirisch haltbar? Ein Beitrag zur Interdependenz von Politik und Medien im Umgang mit Missständen in der Gesellschaft (363-375)
Heribert Schatz / Jörg-Uwe Nieland:
Zum Verhältnis von Fernsehen und Politik in Zeiten der Medialisierung politischer Kommunikation (376-399)
Ulrich Sarcinelli:
Zur Unterschätzung der Eigenlogik des Politischen: Plädoyer für eine Rekontextualisierung der politischen Kommunikationsforschung (400-409)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.22 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Kurt Imhof / Roger Blum / Heinz Bonfadelli / Otfried Jarren (Hrsg.): Mediengesellschaft. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22828-mediengesellschaft_26067, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26067
Rezension drucken
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA