/ 04.06.2013
Helmut Scherer
Medienrealität und Rezipientenhandeln. Zur Entstehung handlungsleitender Vorstellungen
Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 1997 (DUV: Sozialwissenschaft); 426 S.; brosch., 89,- DM; ISBN 3-8244-4226-4Habilitationsschrift Erlangen-Nürnberg. - Wie bauen Mediennutzer Rezeptionshandeln in ihren Alltag ein und welche Rolle hat dieses Rezeptionshandeln für andere Handlungen? Scherer versucht, die in der Rezeptionsforschung üblicherweise als antithetisch verstandenen Fragestellungen, ob sich Mediennutzer durch eigenes Handeln die Medienrealtiät verfügbar machen, oder ob die Medienrealität das Handeln der Mediennutzer in deren Alltagswelt beeinflußt, zu verbinden. Aufbauend auf der soziologischen Handlungstheorie werden Modelle entwickelt, wie sich Rezipienten den Medien zielorientiert zuwenden, die Medieninhalte ebenso zielorientiert verarbeiten, und wie sie aus diesem Prozeß handlungsleitende Vorstellungen entwickeln. Ergänzt werden die theoretischen Überlegungen durch eine Fallstudie zur Volkszählung von 1987. Anhand von qualitativen und quantitativen Datenerhebungen wird analysiert, wie sich Rezipienten in der Auseinandersetzung mit den Inhalten der Massenmedien ein Bild von der Volkszählung gemacht haben. Es zeigt sich, daß die Motive der Mediennutzer zwar ein wichtiger Faktor im Rezeptionsprozeß sind, daß aber auch deutliche Abhängigkeiten vom Medienangebot bestehen. Am Ende der Arbeit steht ein handlungstheoretisches Wirkungs- und Rezeptionsmodell.
Ron Faber (RF)
Rubrizierung: 2.333 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Ron Faber, Rezension zu: Helmut Scherer: Medienrealität und Rezipientenhandeln. Wiesbaden: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5218-medienrealitaet-und-rezipientenhandeln_6850, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6850
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