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/ 21.06.2013
Alexander Stock

Neumitglieder im Visier. Das Rekrutierungsmanagement der politischen Nachwuchsorganisationen am Beispiel der NRW-Landesverbände

Marburg: Tectum Verlag 2008 (Politikwissenschaften 14); 160 S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-9759-5
Diplomarbeit NRW School of Governance Duisburg-Essen; Betreuer: R. Korte. – Es erweist sich als zunehmend schwierig, junge Menschen für politische Partizipation zu interessieren und zur praktischen Mitarbeit in Parteien zu motivieren. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen der Parteien stellt sich daher die Frage, mit welchen Strategien es Parteiorganisationen dennoch gelingen kann, junge Menschen an die Parteien heranzuführen. Dies könne, so Stock, nur durch die Nachwuchsorganisationen gelingen, „da die Parteien durch diese ‚die Verbindung und das Sprachrohr zur jungen Generation’ bilden“ (13). Er untersucht, in welchem Umfang zwischen 2005 und 2007 bei den vier politischen Nachwuchsorganisationen in Nordrhein-Westfalen Versuche der Mitgliederrekrutierung unternommen wurden und vergleicht diese. Unter die Lupe werden die Grüne Jugend, die Jungen Liberalen, die Junge Union und die Jungsozialisten genommen. Er arbeitet die individuellen Instrumente und Strategien heraus, stellt sie komparativ gegenüber und klassifiziert die Strategietypen in fünf Kategorien. Stock gelangt zu dem Ergebnis, dass sich das Rekrutierungsmanagement der untersuchten Nachwuchsorganisationen stark ähnelt. Alle vier hätten auf „die kohärente Abstimmung im Rekrutierungsprozess, die kooperativen Interaktionen und fruchtbaren Wechselbeziehungen zwischen den Handlungspartnern in Düsseldorf und den Untergliederungen“ (126) gebaut. Divergenzen seien lediglich beim Marketing sichtbar geworden. Die Analyse der Instrumente und Handlungsmuster habe gezeigt, dass die größeren Nachwuchsorganisationen Junge Union und Jusos im PR- und Marketingsegment – nicht zuletzt aufgrund ihrer Finanzkraft – mehr Handlungsspielraum besitzen. Die Untersuchung verschiedener Rekrutierungsstrategien habe ergeben, „dass es nicht die Personalpolitik gibt“ (130), sondern eine Reihe von Instrumenten, die miteinander kombiniert werden. Generell gilt: „Je differenzierter und jugendspezifischer das Anwerben desto erfolgreicher“ (9).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3312.325 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Alexander Stock: Neumitglieder im Visier. Marburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30145-neumitglieder-im-visier_35742, veröffentlicht am 24.03.2009. Buch-Nr.: 35742 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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