/ 21.06.2013
Wolfgang Gerstlberger / Karsten Schneider
Öffentlich Private Partnerschaften. Zwischenbilanz, empirische Befunde und Ausblick
Berlin: edition sigma 2008 (Modernisierung des öffentlichen Sektors 31); 98 S.; 8,90 €; ISBN 978-3-8360-7231-1Die ursprünglich im angelsächsischen Raum entwickelten öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP) sind seit mehr als 20 Jahren in der Diskussion und haben sich inzwischen auch in Deutschland als Instrument zur Finanzierung und Organisation öffentlicher Aufgaben etabliert. In einer Studie aus dem Jahr 2005 wurde die Anzahl deutscher ÖPP-Projekte auf etwa 600 geschätzt – davon 80 Prozent auf der kommunalen Ebene. Die Autoren verknüpfen für ihre Bilanz vorhandene quantitative Befunde mit der Auswertung von qualitativen Forschungsergebnissen aus drei Projekten, mit denen in den Jahren 2000 bis 2006 sogenannte Best-Practice-Fälle untersucht wurden. Anhand von sechs Fallbeispielen aus diesen Projekten werden die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken von ÖPPs analysiert und es wird nach dem Nutzen der jeweils getroffenen Arrangements für die beteiligten öffentlichen und privatwirtschaftlichen Partner gefragt. Zuvor erfolgt – neben einer begrifflichen Klärung – ein Überblick über den Stand der in Deutschland kontrovers geführten Diskussion dieser Art der Erledigung öffentlicher Aufgaben. So wurden parallel zur Verbreitung der ÖPPs zunehmend kritische Stimmen laut, die u. a. auf Finanzrisiken und hohe Transaktionskosten sowie auf Steuerungs- und Transparenzprobleme aufmerksam machten. Diese Problematik wird in unterschiedlicher Weise auch in den Fallstudien sichtbar. Als wichtige Erfolgsfaktoren identifizieren die Autoren gegenseitiges Vertrauen und Lernprozesse auf beiden Seiten. Die häufig mit ÖPPs verbundenen Einsparpotenziale seien für die Durchführung der Vorhaben von untergeordneter Bedeutung. Den Projektpartnern ginge es zum einen „um die Ermöglichung einer schrittweisen, systematischen Vorbereitung auf öffentliche Leistungserstellung unter Wettbewerbsbedingungen“ und zum anderen um eine „weitgehende Auslagerung bzw. Beschleunigung von Projekten, die innerhalb der Kommune nicht oder nur mit sehr großen Problemen umsetzbar sind, auf externe Kompetenzträger als ‚Entlastungsstrategie’“ (79 f.).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325 | 2.32
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Wolfgang Gerstlberger / Karsten Schneider: Öffentlich Private Partnerschaften. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29258-oeffentlich-private-partnerschaften_34600, veröffentlicht am 29.07.2008.
Buch-Nr.: 34600
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