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/ 05.06.2013
Andreas J. Scheuerle

Politisch erzeugte Konjunkturzyklen

Tübingen: Mohr Siebeck 1999 (Beiträge zur Finanzwissenschaft 6); XXVIII, 389 S.; Ln., 178,- DM; ISBN 3-16-147015-X
Wirtschaftswiss. Diss. Tübingen; Erstgutachter: M. Stadler. - Scheuerle untersucht sowohl opportunistische als auch ideologische Konjunkturzyklen. Erstere entstehen durch Regierungen, die die wirtschaftliche Entwicklung so beeinflussen, daß ihre Chancen auf eine Wiederwahl möglichst hoch sind, letztere resultieren aus den unterschiedlichen parteispezifischen Wirtschaftspolitiken. Der Erklärungsgehalt von Modellen opportunistischer Konjunkturzyklen schätzt der Autor als begrenzt und theoretisch nicht völlig befriedigend ein. Empirische Nachweisversuche erweisen sich als uneindeutig. Bei den ideologischen Konjunkturzyklen favorisiert Scheuerle die rationale Klienteltheorie, die höhere Inflations- und geringere Arbeitslosenraten unter Links- als unter Rechtsregierungen konstatiert. Empirische Untersuchungen haben bisher die Existenz dieser Zyklen weder eindeutig bestätigt noch verworfen. Der Autor hält den Ansatz ideologischer Konjunkturzyklen für überlegen, sieht aber eine Weiterentwicklung der Theorie politisch erzeugter Konjunkturzyklen nur in der Kombination beider Ansätze. Scheuerle resümiert den insgesamt begrenzten Erklärungsgehalt der Theorie, weist aber darauf hin, daß sie einen wichtigen Beitrag zur Erklärung von konjunkturellen Schwankungen leistet.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.22 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Andreas J. Scheuerle: Politisch erzeugte Konjunkturzyklen Tübingen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7193-politisch-erzeugte-konjunkturzyklen_9611, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 9611 Rezension drucken
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