/ 05.06.2013
Marcelo Neves
Symbolische Konstitutionalisierung
Berlin: Duncker & Humblot 1998 (Schriften zur Rechtstheorie 187); 208 S.; 98,- DM; ISBN 3-428-09569-3Bei dieser Untersuchung steht die Auseinandersetzung mit der Systemtheorie Luhmanns im Vordergrund. Danach sind die sozialen Systeme autopoietische Systeme, die sich selbst aus ihren eigenen Elementen erzeugen und nur nach ihrem eigenen spezifischen "Code" operieren. Systeme können sich wechselseitig irritieren, nicht aber steuern. Das gilt auch für die beiden Systeme Politik und Recht - nach Luhmann, nicht aber nach Neves. Neves versucht einleitend anhand der symbolischen Gesetzgebung die Möglichkeiten der Politik aufzuzeigen, das Rechtssystem für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Im Hauptteil der Arbeit wird dieser Blickwinkel auf die Verfassung ausgeweitet. Durch diese Form der "Verfassungspolitik" (die gleichwohl mit der herkömmlichen nichts mehr zu tun hat) ist, so der Autor, der Eigenständigkeit des Rechtssystems die Grundlage entzogen. Damit aber läßt sich nicht mehr von Autopoiesis, sondern nur noch von der Allopoiesis (der Fremdbestimmung) des Rechtssystems sprechen.
Inhaltsübersicht: I. Von der symbolischen Gesetzgebung: Einer antreibenden Debatte ...; II. ... Zur symbolischen Konstitutionalisierung: Eröffnung einer Debatte; III. Symbolische Konstitutionalisierung als Allopoiesis des Rechts; Ausblick: Symbolische Konstitutionalisierung der Weltgesellschaft? Peripherisierung des Zentrums?
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.32 | 2.21
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Marcelo Neves: Symbolische Konstitutionalisierung Berlin: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8024-symbolische-konstitutionalisierung_10619, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10619
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Dr., Politikwissenschaftler.
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