/ 18.06.2013
Steffen Sommer
The Medium Is the Missile. Videos als Mittel der globalen Kriegsführung
Münster: Lit 2003 (Publizistik 12); 166 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 3-8258-6848-6Magisterarbeit Duisburg/Essen; Gutachter: J. Reichertz. - Dass die Medien gerade im Krieg für Propagandazwecke eingesetzt werden, ist nicht neu. Der Einsatz der Bin-Laden-Videos im Rahmen der Berichterstattung über die Terroranschläge vom 11. September 2001 sei allerdings ein grundsätzlich neues Phänomen, schreibt der Autor: Erstmals seien Medienberichte nicht „nur" als Propagandamittel eingesetzt worden, die den eigentlichen Krieg unterstützen sollten, sondern vielmehr habe sich ein Teil des Krieges in die Medien selbst hinein verlagert. Solche Videos seien deshalb selbst als Waffen zu betrachten. Im ersten Teil der Arbeit gibt der Autor eine Darstellung der Inhalte, der medialen Präsentation sowie der öffentlichen Wahrnehmung der Videos. Im zweiten Teil versucht Sommer seine Theorie unter Zuhilfenahme der Konzepte von McLuhan, Baudrillard und Virilios zu plausibilisieren. Die lesenswerte Studie bietet einen interessanten Beitrag zum Verhältnis von Medien und Krieg. Es wird deutlich, welche Veränderungen und Kräfteverschiebungen die neuen Kommunikationstechnologien auch in diesem Bereich bewirken.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.22 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Steffen Sommer: The Medium Is the Missile. Münster: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19548-the-medium-is-the-missile_22738, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22738
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA