/ 21.06.2013
Renate Künast
Träume sind mir nicht genug. Was jetzt geschehen muss
Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2009; 220 S.; geb., 19,95 €; ISBN 978-3-451-30199-5„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“ (8). Dieser Satz Albert Einsteins sagt vieles über Renate Künasts persönlichen Antrieb aus. Einfache Antworten auf komplexe Fragestellungen habe sie schon als Kind nicht geglaubt. Ebenso sei es für sie unmöglich gewesen, Entscheidungen über ihr Leben und das ihrer Mitmenschen anderen zu überlassen. Aufgrund dieses Wesenszuges sei sie in der Politik gelandet, vermutet Künast: „Als Schülerin und später als Anwältin, als Verbraucherschutzministerin aber auch schon als Sozialarbeiterin in Justizvollzugsanstalten sind mir so viele Ungerechtigkeiten begegnet und aufgefallen, so viele Dinge, die anders geregelt werden müssen, wo die Politik gefordert ist.“ (7 ff.) Bei der Bundestagswahl 2009 tritt sie als Spitzenkandidatin der Grünen an, zu ihren Kern/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 zählen neben dem Verbraucherschutz, die Ökologie und der Feminismus. Im Dialog mit Cathrin Kahlweit wird darüber hinaus das Spannungsverhältnis zwischen Armut und Bildung angesprochen, der Datenschutz und die grüne Kulturpolitik. Im Beitrag „Man kann nicht immer sagen: Lass die anderen machen“ (164) erörtert Künast die Probleme der Grünen bei der Zustimmung zu Kriegseinsätzen in Verbindung mit der zukünftigen Position der Deutschen im globalen Kontext. Rückblickend analysiert sie die Haltung Joschka Fischers, der bereits 1995 bei den Grünen für die Zustimmung zu einem militärischen Einsatz in Bosnien geworben hatte. Künast sieht darin ein frühes Bekenntnis zu einer grünen Außen- und Sicherheitspolitik, deren heutige Regeln sie anhand der Fragen von Kahlweit umfassend diskutiert. In diesem Zusammenhang berichtet sie über ihre Eindrücke in Afghanistan – einem Land in dem Westler nicht viel ausrichten könnten, das sich vor allem selbst helfen müsse, allerdings mit unserer Unterstützung. Abschließend verweist sie auf den Primat des Politischen und die Bedeutung einer langfristigen Konfliktprävention für die Sicherheitspolitik ihrer Partei.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.3 | 2.331 | 2.34 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Renate Künast: Träume sind mir nicht genug. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30643-traeume-sind-mir-nicht-genug_36391, veröffentlicht am 28.05.2009.
Buch-Nr.: 36391
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