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/ 20.06.2013
Ingrid Peisker

Vergangenheit, die nicht vergeht. Eine psychoanalytische Zeitdiagnose zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Gießen: Haland & Wirth im Psychosozial-Verlag 2005; 804 S.; geb., 69,90 €; ISBN 3-89806-929-X
Vor 38 Jahren veröffentlichten Alexander und Margarete Mitscherlich ihre psychoanalytische Studie „Die Unfähigkeit zu trauern“ über den Umgang der Deutschen mit der Schuld nach Auschwitz. Peisker legt in ihrer voluminösen Monografie vor dem Hintergrund der Thesen von Mitscherlich eine Bestandsaufnahme der in Deutschland verborgenen Abwehrmuster gegen eine Verarbeitung der NS-Vergangenheit vor. In den zwei Hauptteilen ihrer Studie (Nicht-jüdische und jüdische Deutsche nach 1945; Die Wiederkehr des Verdrängten – Chance zur Aufarbeitung und Integration) verbindet Peisker die diachron angelegte Geschichte der Deutschen und ihrer Verdrängung der NS-Vergangenheit mit dem Instrumentarium der Psychoanalyse und Psychotherapie. Von primärem Interesse für Politikwissenschaftler sind insbesondere die Darstellung und Dokumentation der bundesrepublikanischen Debatten zu diesem Thema (417-489). Sie reichen von der Fassbinder-Debatte 1985 bis zur Walser-Bubis-Debatte 1998.
Volker Dreier (VDR)
Priv.-Doz. Dr., wiss. Angestellter, Forschungsinstitut für Soziologie, Universität zu Köln.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Volker Dreier, Rezension zu: Ingrid Peisker: Vergangenheit, die nicht vergeht. Gießen: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24182-vergangenheit-die-nicht-vergeht_27858, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27858 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA